Im September 2014 hatte ich die Chance, an einer Safari in den Mikumi Nationalpark im Südwesten von Tansania teilzunehmen. Der Mikumi Nationalpark liegt ca. 280 km südwestlich von Dar es Salaam entfernt und ist mit einer Fläche von 3230 km² der viertgrößte Nationalpark von Tansania. Der Park wird durchteilt von der A7, einer wichtigen Hauptverkehrsstraße, die die größten Safari-Highlights des südlichen Tansanias verbindet. Dazu zählen der Udzungwa Nationalpark, das Selous Game Reserve und der Ruaha Nationalpark.

Der Mikumi Nationalpark ist landschaftlich sehr reizvoll. In diesem befinden sich die offenen Mkata Ebenen, die stark an die weiten Ebenen der Serengeti erinnern. Entsprechend zieht diese Region ein große Zahl von Steppenwilld an, also Wildtiere, die offene Flächen und weite Savannen bevorzugen. So lassen sich in erster Linie Zebras, Elenantilopen, Impalas und Gnus in diesem Gebiet beobachten. Es ist naheliegend, daß der Mikumi Nationalpark dadurch auch Raubtiere anzieht, wie beispielsweise Leoparden und Löwen, die vor allem durch die Mkata Ebenen auf Jagd nach Beute streifen.

Wir verbrachten den gesamten Tag mit Pirsch- und Erkundungsfahrten im Park. Im Vergleich zu den Naturparks im nördlichen Tansania fiel mir sofort auf, wie selten man anderen Fahrzeugen begegnet. Dies ist ein echter Vorteil, um die wunderschöne Landschaft mit ihrem üppigen Tierreichtum ganz für sich allein zu genießen und zu beobachten.

Unser Safari-Guide führte uns zu einem Wasserloch in den nördlichen Teil des Parks, der auch bekannt ist unter der Bezeichnung Mwanambogo. Diese riesige Fläche ist bedeckt von einem großen See. Unser Guide schaltete den Motor des Safarifahrzeugs ab und deutete uns daraufhin, einfach die pure Natur auf uns wirken zu lassen und die friedvolle Stimmung zu genießen.

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Zunächst blieb alles ruhig und es passierte nicht viel, doch mit einem Male tauchten immer mehr Tiere wie aus dem Nichts auf. Auf einmal sichteten wir eine immens große Herde Büffel, bestehend aus ein paar hundert Tieren, die angeführt von einem weiblichen Leittier, sich vorsichtig ihren Weg zu den Seeufern bahnte. Ständig auf der Hut nach Raubtieren, bewegten sie sich als eine geschlossene Gruppe vorwärts. Ganz allein und umgeben von Nichts anderem als reiner Natur genossen wir diese friedliche Idylle und bewunderten die malerische Szene der sich vorwärts bewegenden Kolosse. Nachdem die Herde das Wasser erreicht hatte, begannen sie unaufhörlich zu trinken, stets wachsam und die jungen Kälber immer in der schützenden Obhut ihrer Mütter. Wir waren so fasziniert von den Büffeln, daß wir eine herannahende Herde von Elefanten erst im letzten Moment bemerkten.

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Es ist immer wieder erstaunlich, wie schnell sich Elefanten fortbewegen können; in einem Moment scheinen sie noch Kilometer entfernt zu sein und im nächsten Moment sind sie bereits direkt neben einem.

Dieser harmonische Moment, zwei Vetreter der großen “Big Five” am selben Ort und zur selben Zeit gemeinsam trinken zu sehen, war wirklich sondergleichen und wird uns wohl noch lange in Erinnerung bleiben. Nach einiger Zeit allerdings fühlten sich die Büffel anscheinend unbehaglich angesichts der ebenfalls zahlreichen Elefanten in ihrer unmittelbarer Nähe. Das Wasserloch schien den Büffeln auf einmal zu klein, um es mit den noch imposanteren Elefanten zu teilen.

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Daraufhin zogen die Büffel weiter und die Elefanten tauchten ihre Rüssel noch einmal tief ins Wasser und genossen nun ausgiebig ihren eigenen Privatpool.