Eine Sache, die mir immer wieder in Tansania auffällt, ist die Sorgfalt und Akribie, mit der die Tansanier ihre kleinen Geschäfte und Verkaufsstände aufbauen. Alles ist ordentlich und liebevoll platziert und arrangiert, egal wie groß oder wie klein der Laden auch ist.
Auch beim Besuch eines lokalen Marktes wird einem dies beim Anblick der perfekt zu kleinen Türmchen augestapelten Gemüsesorten immer wieder bewußt. Ob nun Schuhe oder Kleidung, Werkzeug oder Nahrungsmittel verkauft werden, stets legen die Verkäufer und Händler großen Wert darauf, ihre Produkte schön und ansprechend zu präsentieren.

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Gleichzeitig bin ich immer wieder überrascht, wie einige Verkaufsläden überhaupt wirtschaftlich überleben können, wenn man gewöhnlich 10 Verkaufsstände auf einem Markt oder in ein und derselben Straße vorfindet, die exakt die gleichen Produkte zum Verkauf anbieten. Für mich ist es absolut verwunderlich, wie bei dieser Konkurrenz ein Profit zu erwirtschaften ist. Wie auch immer, es scheint zu funktionieren und jeder Verkäufer hofft vermutlich auf sein eigenes Glück.

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Ebenso sonderbar erscheinen mir die zum Teil sehr skurrilen und ulkigen Namen, die die Händler für ihr Geschäft wählen. Der für mich wohl befremdlichste Name eines Geschäfts lautet „Mtoto Butcher“ was wortwörtlich übersetzt „Kinderschlachter“ bedeutet! Nochdazu ist diese Namensgebung keine Seltenheit und man findet relativ häufig Schlachterläden mit dieser makabren Namensgebung. Eines sei hier gleich klar gestellt: mein Fleisch kaufe ich bei diesen Schlachtern nicht!

Umso amüsanter sind Bezeichnungen wie „Das-Weiße-Haus-Bar“, „World-Trade-Center-Bar, „Obama Gästehaus“, Toroka uje restaurant („Lauf davon und komm- Restaurant“), Hot Cake Hair Saloon („Heißer-Kuchen- Frisör“), „Gottes-Warenhaus“, Hoti Poti restautrant („Warmhalte-Kochtopf-Restaurant“) oder auch Glory Hair Saloon („Pracht-Frisör“). Achten Sie mal selber auf diese köstlichen Namen, wenn Sie durch Tansania reisen – es kann recht lustig und unterhaltsam sein….

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Ein anderer Aspekt, der mir wahrlich immer wieder eine große Freude bereitet, ist die kreative Gestaltung und Dekorierung der jeweiligen Geschäfte und Verkaufsbüdchen. Handelt es sich beispielsweise um einen Frisör, erwartet den Betrachter meist ein oder mehrere gemalte Porträts von Frauen und Männern, die extrem modisch und mit bizarren Haarschnitten abgebildet sind. Die Schlachter hingegen, machen aus ihrem blutigen Beruf kein Geheimnis und haben meist ein Abbild von Schlachttieren, bestimmter Fleischstücke und manchmal auch tropfendes Blut auf ihren Hauswänden gemalt. Etwas sachlicher geht es hingegen bei den Haushalts- und Eisenwarengeschäften zu, die meist eine Toilette, Rohre, Schrauben und anderes Werkzeug als schneller Blickfang für potentielle Kunden als Wanddekorierung gewählt haben.

Die Kreativität der tansanischen Geschäftsinhaber und Händler ist unbegrenzt und es ist immer wieder ein Augenschmaus diese kuriosen Designs zu entdecken. Halten Sie die Augen offen, wenn Sie durch die Straßen von Tansania streifen – es wird Ihnen nie langweilig werden.