Freitag 21 Oktober 2011

Unser Abenteuer startet am späten Nachmittag von Kapstadt aus und führt uns zuerst nach Johannesburg. Der Internationale Flughafen Johannesburg auch TAMBO International Airport genannt, ist einer der verkehrsreichsten Flughäfen in ganz Afrika und ein sehr moderner Komplex. Trotz der Fülle von Menschen genießen meine Kollegin Cynthia Oprea und ich noch einmal den Trubel bevor es Mitten in der Nacht weiter geht nach Dar es Salaam.

Samstag 22 Oktober 2011

Nach ca 4,5 Stunden erreichen wir mit der Precision Air die größte Stadt Tansanias. Das schwüle Klima erschlägt uns direkt als wir aus dem Flugzeug aussteigen und schnelles Fußes begeben wir uns in die klimatisierten Räume des Flughafens. Dort müssen wir zwei Visa Formulare ausfüllen, 50 USD bezahlen, Fingerabdrücke scannen und nach ca. 20 Minuten haben wir in unserem Reisepass ein gültiges 3 monatiges Tansania Visum mit Lichtbild. Nach einer kurzen Nacht im Hotel erkunden wir das Stadtzentrum von Dar es Salaam und stellen schnell fest, dass das wirtschaftliche Zentrum von Tansania eine turbulente und verkehrsverstopfte Metropole ist.

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Glücklicherweise finden wir eine kleine Promenade am Meer, die sich Slipway nennt und an der man etwas ausruhen kann. Diese Passage besteht aus einem kleinen Hafen, lokalen Souvenir Ständen, Boutiquen, Bars, Restaurants und dem namensgleichen Slipway Hotel. Nach einem leckeren Abendessen mit Sundowner Cocktail im „The Waterfront“ Restaurant können wir es trotzdem kaum erwarten weiter zu fliegen, um unsere Reise in Arusha & Moshi fortzusetzen.

Sonntag 23 – Montag 24 Oktober 2011

Die Stadt Arusha, deren Name von einem in der Region lebenden Massai Volk stammt, liegt knapp 90 km südwestlich des Gipfels vom Kilimanjaro Massiv auf 1.400 m Höhe. Unmittelbar nördlich befindet sich der kleine Arusha Nationalpark mit dem 4.565 m hohen, erloschenen Vulkan Meru und dem an seinem Fuß gelegenen Ngurdoto Krater. Neben Dar es Salaam ist Arusha nicht nur einer der wichtigsten Industriestandorte Tansanias insbesondere für Kaffee, Getreide, Sisal, Kapok, Jute und Kokosfaser sondern auch Startort für die Safari Touristen. Arusha selber hat keine besonderen Sehenswürdigkeiten im eigentlichen Sinne; trotzdem ist es durch das Bunte Treiben der offenen Märkte und kleinen Geschäfte sehenswert. Unsere Unterkunft ca. 20 Minuten vom Stadtzentrum von Arusha entfernt, ist die Arumeru River Lodge.

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Wunderschön in einem kleine Waldabschnitt gelegen, verzaubert uns die Lodge mit ihrem prachtvollem Garten, dem Haupthaus welches bei Abenddämmerung dem afrikanischem Flair alle Ehre macht und den kleinen gemütlichen Bungalows. Am frühen Morgen haben wir sogar so klares Wetter, so dass wir von unserem Frühstückstisch aus den Kilimanjaro sehen können.

Dienstag 25 Oktober 2011

Die kleine Stadt Moshi liegt am Südhang vom Kilimanjaro Massiv und ist daher Hauptausgangspunkt für die Kilimanjaro Bergtouren. In der näheren und weiteren Umgebung gibt es üppige Berglandschaften, Waldgebiete, Seen und Wasserfälle, in denen geführte Walkingtouren organisiert werden können; auch die Geschichte, Tradition und Kultur des am Fuße des Kilimanjaro lebenden Chagga-Volkes sind faszinierend.

Mittwoch 26 Oktober 2011

Der kleine Bergort Marangu ist ca. 40 km von Moshi entfernt und wird als Ausgangsbasis für die Namensgleiche „Marangu-Route“ (auch Coca-Cola Route genannt) auf den Kilimanjaro genutzt. Durch das sehr heiße Klima sind wir froh, dass unsere Unterkunft in Moshi, das „Keys Hotel“, einen Pool besitzt und wir uns noch mit ein paar Bahnen fit für die morgige Bergbesteigung machen können. Schlafen kann ich nicht wirklich gut, denn irgendwie macht mich das Abenteuer „KILI“, doch etwas nervös!

Donnerstag 27 Oktober 2011

Heute ist der große Tag und früh am morgen machen wir uns auf den Weg zum Machame Gate. Wir besteigen den Kilimanjaro auf der „Machame Route“ (die auch Wiskey-Route genannt wird). Die Route ist konditionell recht anspruchsvoll, aber landschaftlich sehr empfehlenswert. Am Gate angekommen müssen wir uns noch in das Buch der TANAPA (Nationalparkbehörde) eintragen und bekommen dann für unseren Tagesrucksack noch ein Lunchpacket und drei Liter Wasser auf den Weg.

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Inzwischen werden unser Gepäck und Bergequiment auf die zahlreichen Porter verteilt und nachdem alles verstaut ist, geht unser Marsch los. Bei feucht schwülem Klima tauchen wir in den tropischen Regenwald ein und ich bin froh, dass uns die riesigen Bäume und Farngewächse kühlenden Schatten spenden. Die kleine Forststrasse lässt sich gut gehen und auch wenn wir immer mal wieder von Portern überholt werden, halten wir unser eher langsames Tempo. Nach einer kleinen Pause wird der Weg immer enger und steiler und die Stille des Urwaldes ist schon fast ein bißchen unheimlich. Nach ca. 5 Stunden sehen wir Licht am Ende des Tunnels und tauchen aus dem Regenwald in die Moorlandschaft auf. Die moosbehangenen Erica Bäume wirken fast unecht und die ganze Landschaft hat eine mystische Atmosphäre. Auf ca. 3010 m erreichen wir unseren Zeltplatz, das Machame Camp.

Freitag 28 Oktober 2011

Das Highlight des heutigen Tages ist das regnerische Wetter, das uns gleich nach Aufbruch überrascht. Trotz der Schauer, die immer wieder auf uns herunter prasseln, schafft es die Sonne immer wieder ihr Gesicht zu zeigen. Bunte Regenbögen zeigen sich nun zwischen den Felsen und kleine Bäche und Wasserfälle sind durch die Regenschauer zum Leben erwacht. Immer wieder tauchen Senecien und Lobelien in den Schluchten auf; ein absolutes Naturspektakel zeigt sich vor uns und die Schönheit der Natur lässt mich nur staunen.

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Insbesondere heute wird unsere Konzentration und Trittsicherheit durch das nasse Gestein gefordert. Schließlich kommen wir im strömenden Regen am Shira Camp (3845 m) an, es ist schon sehr unangenehm kalt und nach einer warmen Mahlzeit, kann ich es kaum erwarten in meinen warmen Schlafsack zu kriechen.

Samstag 29 Oktober 2011

Heute geht es durch die eher sandig, schwarze und felsige Lava Wüste zum Lava Tower auf 4600 m. Der Weg ist im Gegensatz zu gestern einfacher und entspannter zu gehen und bietet wieder eine total andere Naturkulisse. Schwere, große und kleine Felsbrocken soweit das Auge reicht und überall die von Bergsteigern handgemachten „Steinmännchen“. Leider verfolgt uns der Nebel und nimmt uns immer wieder die wunderschöne Aussicht.

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Am Lava Tower angekommen werden erstmal ein paar Erinnerungsschnappschüsse gemacht und nach kurzer Zeit geht es auch schon wieder weiter hinab ins Tal. Nun geht es durch das Barranco Valley durch die steinigen Wände teilsbergab, teilsbergauf. Die Landschaft ändert sich wieder rapide und nun befinden wir uns wieder im grünen Dickicht zwischen riesengroßen Senecien, Lobelien und jeglichen Farnen und Gräsern. Die Akklimatisierung mit dem Aufstieg zum Lava Tower hat mir besonders gut getan und fit und munter komme ich nach ca. 7 Stunden am Barranco Camp auf 3960 m an.

Sonntag 30 Oktober – Montag 31 Oktober 2011

Früh am Morgen haben wir freie Sicht über das komplette Camp. Erst jetzt wird mir klar, dass wir in einer Schlucht geschlafen haben und unser Camp von riesigen Felsformationen umrandet wird. Die Aussicht ist unbeschreiblich und die aufgehende Sonne erwärmt langsam die noch kühle Luft. Mein Herz fängt an zu rasen, als ich die beeindruckende, riesige und furchteinflösende Great Barranco Wall entdecke, die wir nach dem Frühstück bezwingen müssen.

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Heute werden besonders unsere Kletterkünste und Kraftreserven gefordert. Immer wieder genieße ich die atemberaubende Sicht hinab ins Tal und nach ca. 1,5 Stunden haben wir das Plateau erreicht. Wieder bin ich von der Aussicht überwältigt und nach einer kurzen Atempause geht es weiter in Richtung Karanga Camp.

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Da es die letzten Tage immer mal wieder geregnet hat, sind die Steinplatten und Felsen über die wir steigen und klettern müssen, sehr rutschig und glatt, daher ist besondere Vorsicht geboten. Nach ca. 3 Stunden erreichen wir das Karanga Camp, wo eine warme Mahlzeit schon auf uns wartet. Es ist immer wieder erstaunlich was für Köstlichkeiten unser Bergkoch zaubert und auch wenn ich durch die Höhe nicht sehr hungrig bin, genieße ich mein Stück frische Wassermelone auf 4035 m Höhe. Nach der Stärkung geht es weiter in Richtung Barafu Camp, welches wir auch nach ca. 3 Stunden endlich erreichen. Nach einer Tasse heißen Tee gehen wir am späten Nachmittag schlafen, denn heute geht es vor Mitternacht zum Gipfel hinauf. Bei -15 Grad geht es um 23:30 h in der Dunkelheit steil hinauf. Nach kurzer Zeit frißt sich die klirrende Kälte durch sämtlichen Kleiderschichten und trotz dicker Handschuhe kann ich meine Finger nicht mehr fühlen. Die Stirnlampe gibt nicht sehr viel Licht und daher muss ich mich besonders stark auf den Weg konzentrieren. Hinzu kommt, dass der eiskalte starke Wind und die „dünne“ Luft, den Rest meiner Kräfte schwinden lassen. Nun wird mir klar, dass dieser Trip wohl das Schwierigste ist, was ich jemals zuvor erfahren habe. Die Dunkelheit verrät absolut nicht wie weit ich schon gekommen bin und meine Kräft lassen nun vollkommen nach. Dank unserer Guides, die mir Mut machen und mich immer mal wieder beim Gehen stützen, schaffe ich es gegen 06:00 h den atemberaubenden Sonnenaufgang kurz vor dem Stella Point zu erleben. Die letzten Meter vor dem Stella Point bewege ich mich nur noch in Zeitlupe und unser Headguide Batchi muss mich regelrecht hinauf schieben. Um ca 07:00 h am Stella Point angekommen, bin ich einfach nur überwältigt und genieße die Aussicht. Die Eisgletscher glitzern wie Kristalle in der Sonne und ich bin total erleichtert, es bis hier hin geschafft zu haben. Obwohl es mir recht gut geht und ich anscheinend von der Höhenkrankheit verschont geblieben bin, entscheide ich mich dagegen noch weiter zum Uhuru Peak zu gehen. Nach ca. 1 Stunde verlasse ich den Stella Point auf 5740 m und mache mich auf den Weg zurück in unser Camp. Die gefrorene Lava Asche ist nun wie tiefer Pulverschnee und beansprucht meine Knie noch einmal richtig. Meine Schuhe versinken regelrecht in der Asche und immer wieder rutsche ich sehr schnell den steilen Berg hinab. Trotzdem gelingt es mir sicher und wohlbehalten das Barafu Camp zu erreichen und nach kurzem Ausruhen geht es schon wieder weiter hinab zum Millenium Camp.

Dienstag 01 November 2011

Am Morgen feiern wir unseren Aufstieg mit Gesang und einem kleinen Kuchen und natürlich ist es jetzt auch Zeit für die sogenannte „Trinkgeld Zeremonie“.

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Nach den Feierlichkeiten kann ich es kaum erwarten, so schnell wie möglich hinab zugehen. Eine heiße Dusche, saubere Anziehsachen und ein richtiges Bett sind das Einzige an was ich nun noch denken kann. Am Abend besuchen uns unsere Guides nochmal im Hotel und überreichen uns unsere wohlverdienten Urkunden.