Der Tarangire Nationalpark ist definitiv einer meiner Lieblingsorte in Tansania. Warum? Er ist ein Park mit sehr abwechslungsreicher Vegetation – uralte Affenbrotbäume, afrikanische Ebenholzbäume, wilde Palmen und Landschaften die von Savanne bis Sumpf reichen wechseln sich ab. Zusätzlich beheimatet der Nationalpark eine Vielzahl von wilden Tieren. Kurz gesagt: Im Tarangire Nationalpark wird einem nie langweilig!

Der Tarangire Fluss ist die Lebensader des Parks, der selbst in der Trockenzeit mit lebensspendendem Wasser gefüllt ist. Einige Nebenflüsse des Tarangire trocknen dann aus und es bleiben nur die sandigen Flussbetten.
Die meisten Leute auf Safari glauben einem nicht wenn man erzählt, dass Elefanten ein unglaubliches Gespür dafür haben selbst im allertrockensten Flussbett noch Wasser zu finden. Aber erst kürzlich konnte ich einer Reisegruppe diese erstaunliche Gabe der grauen Riesen aus nächster Nähe zeigen.

Wir beobachteten einen weiblichen Elefanten, die ihren Rüssel in ein Loch steckte, was sie vorher gegraben haben musste und ehe wir uns versahen, besprühte sie sich mit Wasser! Das Besprühen wiederholte sie einige Male, trank jedoch nicht.
Dieses „Verschwenden“ von Wasser wird aus zwei Gründen gemacht:
Zum einen kühlen Elefanten damit ihre Außentemperatur ab und zum anderen gelangen sie so an tieferliegendes, sauberere Wasser. Ein ausgewachsener Elefant kann bis zu 80 Liter Wasser am Tag trinken und wenn es möglich ist, trinkt er täglich. Deshalb entfernen sich die Elefanten in der Trockenzeit auch nicht allzu weit von möglichen Wasserstellen.

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Elefanten leben in der Herde nach einer strengen Hierarchie und beim Trinken gelten da keine Ausnahmen. Einzeln nacheinander kommen die älteren Bullen und Kühe zu der Stelle, an denen die anderem getrunken haben und schubsen andere
Familienmitglieder förmlich aus dem Weg. An diesem Tag war es extrem heiß (über 40 Grad) und man konnte die Spannungen innerhalb der Gruppe förmlich spüren. Interessanterweise durften die jüngeren Kälber (zwischen 1 und 3 Jahren) auch mit den größeren Bullen und Kühen trinken. Nachdem die Herde ihren Durst gestillt hat und fortzieht, kommen gewöhnlich andere Tiere wie Antilopen oder Warzenschweine zum frisch gegrabenen Wasserloch geeilt, um ebenfalls ihren Durst zu stillen.

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Neben ausgetrockneten Flussbetten gibt es für die Elefanten auch andere Wasserquellen. Wenn man durch den Park fährt, stellt man fest, dass fast alle Affenbrotbäume die gleichen Markeirungen haben. Diese „Schrammen“ sind durch Elefanten entstanden, denn sie wissen, dass Affenbrotbäume eine Wasserquelle sind. Sie reißen mit ihren Stoßzähnen Streifen aus der Rinde heraus und kauen diese. So graben sie sich immer tiefer in den Baum hinein und manchmal stoßen sie dann auf den Wasserspeicher, der sich im Baum angesammelt hat.
Leider passiert es öfters, dass eine Elefantenherde den Baum auf der Suche nach Wasser unwiderruflich zerstört und er somit abstirbt.

In Afrika gibt es an vielen unvermuteten Plätzen lebensspendendes Wasser, selbst in einem Affenbrotbaum oder in einem ausgetrockneten Fluss.