{"id":14052,"date":"2022-07-12T09:46:19","date_gmt":"2022-07-12T06:46:19","guid":{"rendered":"https:\/\/www.tanzania-experience.com\/?p=14052"},"modified":"2024-03-05T12:07:54","modified_gmt":"2024-03-05T11:07:54","slug":"elefanten-in-tansania","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.tanzania-experience.com\/de\/blog\/tanzanias-elephants\/","title":{"rendered":"Elefanten in Tansania \u2013 Lieblinge und Sorgenkinder"},"content":{"rendered":"<p>Tansania allein hat mehr wild lebende afrikanische Elefanten als ganz Asien asiatische hat. F\u00fcr den Tourismus sind sie ein Segen, der Bev\u00f6lkerung aber verschaffen sie oft ein schwieriges Leben. Wie das Land diesen Spagat bew\u00e4ltigt, davon handelt der heutige Blog.<br><\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>\u00dcber 60.000 wild lebende Elefanten sch\u00e4tzt die tansanische Regierung auf ihrem Gebiet. Eine wahre Erfolgsmeldung, nachdem allein zwischen 2009 und 2014 ca. 60 % der Elfenbeintr\u00e4ger gr\u00f6\u00dftenteils durch massive Wilderei verloren gingen. Der Bestand war damals auf etwa 43.000 Dickh\u00e4uter geschrumpft.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"translation-block\">Durch den Ausbau und die Verbesserung der Wilderei-Bek\u00e4mpfung konnte ihre Zahl seitdem aber nicht nur stabilisiert, sondern sogar erh\u00f6ht werden. Zur gro\u00dfen Freude der Touristen, die sie vor allem im <a href=\"https:\/\/www.tanzania-experience.com\/de\/reiseziele\/tarangire-nationalpark\/\" target=\"_self\">Tarangire Nationalpark<\/a> und \u2013 in noch viel gr\u00f6\u00dferer Zahl \u2013 im <a href=\"https:\/\/www.tanzania-experience.com\/de\/reiseziele\/ruaha-nationalpark\/\" target=\"_self\">Ruaha Nationalpark<\/a>, im <a href=\"https:\/\/www.tanzania-experience.com\/de\/reiseziele\/nyerere-nationalpark\/\" target=\"_self\">Nyerere Nationalpark<\/a> sowie dem Selous Game Reserve bewundern k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<p>Dagegen h\u00e4lt sich die Begeisterung der lokalen Bev\u00f6lkerung h\u00e4ufig in Grenzen. Das gilt insbesondere in den Regionen, wo die Elefanten sich nicht an die Grenzen der Schutzgebiete halten, sondern die Tr\u00e4nken und Ackerfl\u00e4chen der Farmer*innen st\u00fcrmen und unbek\u00fcmmert f\u00fcr Zerst\u00f6rung sorgen. Eine Herausforderung, der sich sowohl die Gemeinden, die Regierung und auch Nichtregierungsorganisationen stellen.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-pullquote\"><blockquote><p class=\"translation-block\">Du willst mehr \u00fcber  <a href=\"https:\/\/www.tanzania-experience.com\/de\/safaris\/\" target=\"_self\">Tansania-Reisen<\/a> erfahren? Wir beraten dich gerne.<\/p><cite><a href=\"https:\/\/www.tanzania-experience.com\/de\/kontakt\/\">Melde dich bei uns<\/a>!<\/cite><\/blockquote><\/figure>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Elefanten in Tansania \u2013 des einen Freud und des anderen Leid<\/h2>\n\n\n\n<p>Der touristenarme S\u00fcden Tansanias war w\u00e4hrend des Massensterbens der Elefanten besonders betroffen, ein wahres \u201eKilling fields\u201c. Sie wurden vor allem f\u00fcr ihr Elfenbein gejagt und abgeschlachtet, das in jenen Jahren in der Spitze bis zu 3.000 USD pro Kilo auf den internationalen M\u00e4rkten einbringen konnte.<\/p>\n\n\n\n<p>Im Umkehrschluss deutet einiges darauf hin, dass die gro\u00dfe Pr\u00e4senz des Tourismus in den n\u00f6rdlich und nord\u00f6stlich gelegenen Schutzgebieten einen erheblichen Anteil an den \u00dcberlebenschancen der Savannenriesen hatte.<\/p>\n\n\n\n<p>Doch auch die wachsende Bev\u00f6lkerung und ihre Ausweitung in die Habitate der Elefanten tragen einen Teil zum Drama bei. Diese \u201eunilateralen\u201c Landnahmen dienen einerseits der Nahrungssicherheit der Menschen. Sie f\u00fchren aber andererseits zunehmend zu Konflikten mit den R\u00fcsseltr\u00e4gern, wenn sie sich auf ihre Feldfr\u00fcchte st\u00fcrzen.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Elefanten in Tansania und die Hoffnung auf Wohlstand<\/h2>\n\n\n\n<p>Nach regierungseigenen Angaben sind \u00fcber 33 % der Landesfl\u00e4che als Schutzgebiete ausgewiesen, darunter 22 offizielle Nationalparks. Im internationalen Vergleich ist dies ein deutliches Zeichen f\u00fcr den Tierschutz. Gleichzeitig w\u00e4chst die einheimische Bev\u00f6lkerung und breitet sich in alle Himmelsrichtungen aus. Dies f\u00fchrt unweigerlich zu Konflikten, nicht nur zwischen Mensch und Tier, sondern auch zwischen den Einheimischen und ihrer Regierung. Die Verantwortlichen m\u00fchen sich und versuchen, das Volk von der Notwendigkeit ihrer Ma\u00dfnahmen zu \u00fcberzeugen.<\/p>\n\n\n\n<p>Ein wichtiges Argument der Politiker*innen, um das Volk f\u00fcr ihre Schutzma\u00dfnahmen zu gewinnen, ist der Profit des Landes durch den Tourismus: Menschen aus aller Welt kommen her, weil sie hier L\u00f6wen, Leoparden, Nash\u00f6rner, B\u00fcffel, Elefanten, Zebras und Giraffen sehen k\u00f6nnen. Sie bringen Devisen ins Land und tragen damit zum Wohlstand aller bei.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.tanzania-experience.com\/wp-content\/uploads\/2023\/10\/2-local-village-tanzania.jpg\" alt=\"Local Village in Tanzania\" class=\"wp-image-14057\"\/><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Doch die Erfahrung vieler in der Bev\u00f6lkerung ist die, dass die Touris hier vielleicht mal ein Eis kaufen und dort ein Wasser. Das berichten insbesondere diejenigen, die nicht im Tourismus-Sektor involviert sind. F\u00fcr die meisten von ihnen ist von Wohlstand keine Spur. Auch die versprochenen Kompensationszahlungen f\u00fcr Zerst\u00f6rungen ihres Eigentums erfolgen h\u00e4ufig nicht reibungslos: der b\u00fcrokratische Aufwand, die Nachweise usw. \u2026<\/p>\n\n\n\n<p>Und dort, wo Einnahmen aus dem Tourismus in die Gemeinden zur\u00fcckflie\u00dfen, zeigt sich nicht zwangsl\u00e4ufig der gew\u00fcnschte Zugewinn, zum Beispiel durch die Verbesserung der Infrastruktur wie den Bau von Stra\u00dfen, Schulen, Kinderg\u00e4rten oder \u00c4hnliches.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Elefanten in Tansania und Mensch-Tier-Konflikte<\/h2>\n\n\n\n<p>Im Hintergrund bedarf es einer Menge Konfliktl\u00f6sungsarbeit, um eine Balance zwischen den N\u00f6ten der Einheimischen, dem Schutz der Tiere und den Erwartungen der Touristen sicherzustellen. Wie im ber\u00fchmten Porzellanladen geht schnell eine Menge kaputt, wenn die Elefanten auf Wasser oder Futter zusteuern: Sie zertrampeln die Felder, sto\u00dfen Str\u00e4ucher und B\u00e4ume um, fressen die Feld- und Baumfr\u00fcchte, zerst\u00f6ren Trinkanlagen und Wasserbeh\u00e4lter.<\/p>\n\n\n\n<p>Die internationalen G\u00e4ste bekommen davon in der Regel nichts mit. Was passiert also derzeit in Tansania \u00fcber die Kompensationszahlungen hinaus, um diese wichtige Balance herzustellen? Hier ein paar Eindr\u00fccke:<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Verjagen<\/h2>\n\n\n\n<p>Die Verluste durch Elefanten sind zum Teil schwerwiegend. Das Gef\u00fchl von Hilflosigkeit bei den Betroffenen kann entsprechend gro\u00df sein. Ebenso die Sorge vor einem n\u00e4chsten Mal. Hier geht es vielen vor allem erst einmal um Ma\u00dfnahmen zur Schadensbegrenzung. Die Menschen bewachen ganz klassisch ihre Felder, vertreiben die Trampeltiere vom Ackerland, mit lauten Rufen, in die H\u00e4nde klatschend, auf T\u00f6pfen trommelnd oder \u00c4hnlichem. Sie entfachen Feuer, legen schmerzhafte Fallen aus oder werfen Steine, St\u00f6cke und Speere nach ihnen. Selbst Sch\u00fcsse in die Luft geh\u00f6ren ebenso in diese Kategorie wie manchmal auch das Erschie\u00dfen eines Problemelefanten.<\/p>\n\n\n\n<p>Diese Methoden sind arbeitsintensiv. Sie erfordern viele Ressourcen und sind stark von der Frage abh\u00e4ngig, wie viel Akzeptanz die lokale Gemeinschaft f\u00fcr die Aktivit\u00e4ten der Dickh\u00e4uter hat. In der Folge einen Elefanten zu t\u00f6ten, mag aus der Sicht der Betroffenen notwendig sein, zeigt aber vor allem das hilflose Scheitern aller Konfliktbew\u00e4ltigungsbem\u00fchungen.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Austricksen &amp; Abschrecken<\/h2>\n\n\n\n<p>Elefanten haben nicht umsonst den Ruf, schlau zu sein. Immer wieder gew\u00f6hnen sie sich an die \u201euntierische\u201c Behandlung und steuern ungebremst auf ihr Ziel zu. Diesen Tieren etwas entgegenzusetzen und sie zu verscheuchen, bedarf schon einiger trickreicher Ideen. Sie haben neben der Abschreckung auch das Ziel, dass die Farmer*innen sich \u201eberuhigt\u201c schlafen legen k\u00f6nnen. Zu diesen Ma\u00dfnahmen geh\u00f6ren zum Beispiel ungew\u00f6hnliche Umz\u00e4unungen, darunter solarbetriebene Blitzlichtz\u00e4une, Chilliz\u00e4une oder Bienenstockz\u00e4une.<\/p>\n\n\n\n<p>Die solarbetriebenen Blitzlichtz\u00e4une bestehen aus Flackerlichtern, die in Augenh\u00f6he der Elefanten auf Bambusstangen montiert und in Abst\u00e4nden von ca. 200 Metern oder weniger aufgestellt werden. Sie vermitteln den Eindruck, dass dort Bewegung ist und blenden zugleich die Augen.<\/p>\n\n\n\n<p>Chilliz\u00e4une sind keine mit Chillischoten best\u00fcckten B\u00e4nder, die sie von Pfosten zu Pfosten befestigen. Es sind in Chilli\u00f6l getr\u00e4nkte Sisalleinen- oder Sisaltuch-Z\u00e4une, dessen Geruch oder Geschmack auf Elefanten wie \u201escharfe\u201c Munition wirkt, ohne zu t\u00f6ten.<\/p>\n\n\n\n<p>Alternativ gibt es Versuche \u2013 vergleichbar mit einem M\u00fcckenschutzmittel \u2013, eine Art \u201eElefantenschutzmittel\u201c in Flaschen zu bunkern, die sie in regelm\u00e4\u00dfigen Abst\u00e4nden entlang des Zaunes aufh\u00e4ngen. Das Southern Tanzania Elephant Programme (STEP) verwendet hierf\u00fcr zum Beispiel eine \u00fcbel riechende fermentierte Rezeptur aus Chili, Ingwer, Knoblauch, Niembaumbl\u00e4ttern, Eiern und Kuhdung. Der Mief macht sogar Stinktiere neidisch.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Bienenstockzaun baut darauf, dass die Dickh\u00e4uter so dickh\u00e4utig gar nicht sind und Angst vor Bienen haben. Auch sie m\u00fcssen rund um ein beackertes Feld aufgestellt werden. Je nach Gr\u00f6\u00dfe des einzuz\u00e4unenden Gebietes erfordert die Ma\u00dfnahme viel Arbeit und Geld. Und sie mit Wildbienen zu f\u00fcllen ist auch nicht mal eben erledigt. Sie m\u00fcssen ja von irgendwo herkommen.<\/p>\n\n\n\n<p>Auf der anderen Seite bieten Bienenstockz\u00e4une den Farmenden den Vorteil, eventuell ein weiteres Standbein aufzubauen: als Imker ein zus\u00e4tzliches Einkommen durch Honigverkauf verdienen.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Pr\u00e4ventive Ma\u00dfnahmen<\/h2>\n\n\n\n<p>Dar\u00fcber hinaus gibt es noch eine Reihe von weiteren sehr wichtigen flankierenden Ma\u00dfnahmen. Dazu geh\u00f6ren zum Beispiel:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Entwicklung von strategischen Konfliktverhinderungspl\u00e4nen in und f\u00fcr konkret betroffene Gemeinden.<\/li>\n\n\n\n<li>Schaffung alternativer Einkommensm\u00f6glichkeiten<\/li>\n\n\n\n<li>F\u00f6rderung der Zusammenarbeit von Landesregierung, lokaler Regierung und Nichtregierungsorganisation; Ziel ist es, eine Balance zwischen den N\u00f6ten der Einheimischen, dem Schutz der Tiere und den Erwartungen der Touristen sicherzustellen.<\/li>\n\n\n\n<li>Erhalt und Einrichtung von Korridoren, die den Elefanten eine sichere Elefantenbewegung erm\u00f6glichen.<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p>Tansania erfreut sich einer gro\u00dfen Elefanten-Population und ist um ein gutes Zusammenleben von Mensch und Tier bem\u00fcht. Der Tourismus profitiert sehr davon, da die Regierung gro\u00dfe Gebiete des Landes unter Naturschutz gestellt hat.<\/p>\n\n\n\n<p>Wir stehen gerne f\u00fcr R\u00fcckfragen und Unterst\u00fctzung bei der Planung deiner <a href=\"https:\/\/www.tanzania-experience.com\/de\/safaris\/\">Tansania-Reise<\/a>bereit. Hier vor Ort wissen wir \u00fcber die aktuelle Lage immer gut Bescheid. Also <a href=\"https:\/\/www.tanzania-experience.com\/de\/kontakt\/\">melde dich bei uns<\/a>!<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In Tansania allein gibt es mehr afrikanische Elefanten als in ganz Asien asiatische Elefanten. Sie sind ein Segen f\u00fcr den Tourismus, machen der lokalen Bev\u00f6lkerung das Leben aber oftmal schwer. Erfahre, wie das Land den Balanceakt finden will.<\/p>","protected":false},"author":13,"featured_media":15456,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"footnotes":""},"categories":[48],"tags":[],"class_list":["post-14052","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-background-info"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.tanzania-experience.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/14052","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.tanzania-experience.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.tanzania-experience.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.tanzania-experience.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/13"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.tanzania-experience.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=14052"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.tanzania-experience.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/14052\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.tanzania-experience.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/15456"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.tanzania-experience.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=14052"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.tanzania-experience.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=14052"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.tanzania-experience.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=14052"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}