{"id":15385,"date":"2014-03-07T07:49:59","date_gmt":"2014-03-07T07:49:59","guid":{"rendered":"http:\/\/www.tanzania-experience.com\/?p=4877"},"modified":"2024-03-08T13:51:12","modified_gmt":"2024-03-08T12:51:12","slug":"serengeti-nationalpark-grosse-tierwanderung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.tanzania-experience.com\/de\/blog\/serengeti-national-park-great-migration\/","title":{"rendered":"Serengeti Nationalpark \u2013 Die gro\u00dfe Tierwanderung | von Taher Nasrulla"},"content":{"rendered":"<p>Bei einem Ausblick \u00fcber die endlosen Weiten der offenen Savanne, abgesehen von ein paar Schirmakazien hier und da, sieht man Tiere soweit das Auge reicht. Die Laute, die die Zebras und Gnus von sich geben klingen wie ein Orchester ... Ein Schritt, die Herde zieht los und pl\u00f6tzlich sp\u00fcrt man, wie der Boden unter den Hufen von zwei Millionen Gnus und Zebras zu vibrieren beginnt.<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.tanzania-experience.com\/wp-content\/uploads\/2023\/10\/01.jpg\" alt=\"01\" class=\"wp-image-4890\"\/><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>In den 1950er Jahren startete der deutsche Professor Bernhard Grzimek aus Frankfurt zusammen mit seinem Sohn Michael ein gro\u00dfes Projekt. Sie versuchten die Tiere zu z\u00e4hlen welche an der j\u00e4hrlichen Tierwanderung teilnehmen. Das Ziel des Projektes lag darin, die Anzahl der Tiere zu bestimmen und zugleich mehr \u00fcber das Verhalten dieser Tierarten herauszufinden. Um 1958 z\u00e4hlten Vater und Sohn knapp 100 000 Gnus. Seitdem sind die Zahlen stetig gestiegen und man z\u00e4hlt derzeit circa 1.5 Millionen wei\u00dfb\u00e4rtige Gnus, 500 000 bis 600 000 Zebras und hunderttausende weitere Tiere, wie zum Beispiel Thomson \u2013 und Grant Gazellen.<\/p>\n\n\n\n<p>Dieses j\u00e4hrliche Naturspektakel fand schon vor der Entstehung der Menschheit in und um das Gebiet der Serengeti im n\u00f6rdlichen Tansania statt. Auch wenn wir heutzutage deutlich mehr als vor 50 Jahren wissen, bleiben doch viele Fragen \u00fcber dieses j\u00e4hrliche Ph\u00e4nomen ungekl\u00e4rt.\nWie zum Beispiel wissen die Tiere wohin sie wandern sollen? Folgen sie Gewitterwolken und Blitzen? K\u00f6nnen Sie den Niederschlag riechen? Eins ist jedoch klar; die wandernden Tiere folgen dem Regen, welcher Wasser und Nahrung mit sich bringt. Es wird behauptet, dass Gnus \u00fcber eine Distanz von 50 km und mehr Regen aufsp\u00fcren k\u00f6nnen!<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.tanzania-experience.com\/wp-content\/uploads\/2023\/10\/02.jpg\" alt=\"02\" class=\"wp-image-4883\"\/><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Das eigentliche Wandermuster der Tier Migration ist seit vielen Jahren unver\u00e4ndert geblieben. W\u00e4hrend der Regenzeit von Dezember bis Juni halten sich die Gnus \u00fcberwiegend im S\u00fcden der <a href=\"https:\/\/www.tanzania-experience.com\/de\/reiseziele\/serengeti-nationalpark\/\">Serengeti<\/a> auf, wo das Gras auf den mineralhaltigen Vulkanascheb\u00f6den gedeiht. Dies ist auch die Zeit, in welcher die Jungtiere geboren werden \u2013 bis zu 8000 K\u00e4lber an einem Tag! An diesem \u201eBuffet\u201c bedient sich eine Gro\u00dfzahl von Raubtieren, welche allerdings kaum die Gr\u00f6\u00dfe der Gnu- Population beeinflussen.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.tanzania-experience.com\/wp-content\/uploads\/2023\/10\/03.jpg\" alt=\"03\" class=\"wp-image-4884\"\/><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Mit dem Ende des Regens sind dann im Juni die Grasfl\u00e4chen der s\u00fcdlichen Serengeti abgeweidet und somit die Tierherden gezwungen neue und frische Nahrungspl\u00e4tzte zu finden. Die Herden wandern westlich in Richtung des Viktoria Sees, wo sie sich bessere Weidefl\u00e4chen und Wasser erhoffen. Anfang August ziehen die Herden dann weiter in Richtung Norden, in das Kogatende Gebiet der Serengeti, bis sie dann an ihr gef\u00e4hrlichstes Hindernis auf der Wanderroute sto\u00dfen \u2013 <a href=\"https:\/\/www.tanzania-experience.com\/de\/blog\/tag-am-ufer-des-mara-flusses\/\">den Mara Fluss<\/a>. Die Tiere bleiben im <a href=\"https:\/\/www.kenya-experience.com\/destinations\/masai-mara-game-reserve\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Maasai Mara in Kenia<\/a> bis Oktober oder November. Gegen Ende Dezember und p\u00fcnktlich vor Beginn der gro\u00dfen Regenzeit im April &amp; Mai, zieht es die Herden dann wieder \u00fcber die Loliondo Region in die s\u00fcdliche Serenegeti, womit der j\u00e4hrliche Kreislauf von circa 800 km komplett ist.<\/p>\n\n\n\n<p>Allerdings kommt es in den letzten Jahren immer h\u00e4ufiger zu \u00c4nderungen des Ablaufs und es scheint so, als w\u00fcrde sich das altbekannte Muster der gro\u00dfen Tierwanderung \u00e4ndern. Auch die Dauer, in der sich die Herden in einem Gebiet aufhalten, scheint von Jahr zu Jahr unterschiedlich zu sein. Im Mai 2013 war die j\u00e4hrliche Migration im vollen Gange und die Tiere zogen in nordwestliche Richtung, wobei sie in diesem Jahr schneller als \u00fcblich wanderten. Somit hielten sich die Tiere nur sehr kurz in dem nordwestlichen Teil der Serengeti auf. Ein Grund hierf\u00fcr k\u00f6nnte der geringe Niederschlag oder das zu hohe Gras gewesen sein. Dadurch, dass ich in dieser Zeit fast dauernd auf Safari war, hatte ich die M\u00f6glichkeit die Wanderrouten genau zu beobachten. \u00dcberraschenderweise befand sich schon ein Gro\u00dfteil der Herden Ende Juni und Anfang Juli in der Maasai Mara in Kenia. Hier blieben sie dann eine Weile. In der Maasai Mara waren im September 2013 gro\u00dfe Gnu- und Zebra Herden st\u00e4ndig in Bewegung und als ich dann nur drei Tage sp\u00e4ter wieder in der Serengeti kam, war ich \u00fcberrascht, dass hier auch noch weitere Tiere in enormen Zahlen in der Ikoma bis hin zur Lobo Region aufzufinden waren. Ich stellte mir die Frage, ob es denn m\u00f6glich sei, dass die gesamte Population in den letzten Jahren noch weiter angestiegen ist? Wenn mich jemand fragen wie viele Tiere ich insgesamt gesehen habe bzw. wie gro\u00df ich die Population sch\u00e4tzen w\u00fcrde, dann w\u00fcrde ich \u00fcber 2.5 \u2013 3 Millionen sagen.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.tanzania-experience.com\/wp-content\/uploads\/2023\/10\/05.jpg\" alt=\"05\" class=\"wp-image-4886\"\/><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Im Oktober 2013 wanderte ein Gro\u00dfteil der Gnus v\u00f6llig im Widerspruch zum normalen Muster wieder zur\u00fcck in den westlichen Teil der Serengeti, wo sie dann bis fast Mitte November blieben. Als ich gerade dabei war diesen Artikel zu schreiben, geschah ein weiterer ungew\u00f6hnlicher Ablauf: Hunderttausende Gnus und Zebras wanderten von dem westlichen Teil der Serengeti \u00fcber die Lobo Region wieder zur\u00fcck in die Maasai Mara, wobei Sie erneut den gef\u00e4hrlichen Mara Fluss \u00fcberqueren mussten. \u00dcber dieses au\u00dfergew\u00f6hnliche Verhalten r\u00e4tseln bis heute noch viele Leute, auch wenn die plausibelste Erkl\u00e4rung wahrscheinlich ist, dass es in der Serengeti einfach nicht genug geregnet hatte.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.tanzania-experience.com\/wp-content\/uploads\/2023\/10\/1_06.jpg\" alt=\"06\" class=\"wp-image-4887\"\/><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p class=\"translation-block\">Was wird als n\u00e4chstes passieren? Werden die Herden einfach mit dem gew\u00f6hnlichen Migrationsmuster fortfahren und dann von der Maasai Mara wieder in den S\u00fcden wandern, wo sie wie gew\u00f6hnlich im Januar oder Februar die Weidefl\u00e4chen der s\u00fcdlichen Serengeti aufsuchen, oder werden sie vielleicht doch in der Maasai Mara bleiben? Wir werden das wohl erst herausfinden, wenn sich die Tiere wieder in Bewegung setzen. Denn das ist die Erkenntnis: Es ist unm\u00f6glich, die Wanderroute der Herden im Vorfeld zu bestimmen und aus diesem Grund kann die Sichtung der \u201eGreat Migration\u201c nicht garantiert werden. Selbst dann nicht, wenn man die Unterkunftsbuchung zu einer bestimmten Jahreszeit in einer bestimmten Region t\u00e4tigt. Es ist wie allgemein bei Tierbeobachtungen: reine Gl\u00fcckssache. Grunds\u00e4tzlich kann man aber sagen, dass wer die Reisezeit zwischen Juni und Dezember w\u00e4hlt sicherlich gut beraten ist, wenn die <a href=\"https:\/\/www.tanzania-experience.com\/de\/safaris\/\" target=\"_self\">Safari<\/a> sowohl die Serengeti als auch die Maasai Mara in Kenia besucht.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.tanzania-experience.com\/wp-content\/uploads\/2023\/10\/08.jpg\" alt=\"08\" class=\"wp-image-4889\"\/><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Wollen Sie dieses einzigartige Erlebnis in der Serengeti und der Maasai Mara auch hautnah miterleben? <a href=\"https:\/\/www.tanzania-experience.com\/de\/kontakt\/\">Kontaktieren Sie doch einfach unsere Berater<\/a> .<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Bei einem Ausblick \u00fcber die endlosen Weiten der offenen Savanne, abgesehen von ein paar Schirmakazien hier und da, sieht man Tiere soweit das Auge reicht. Die Laute, die die Zebras und Gnus von sich geben klingen wie ein Orchester ... 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