{"id":9660,"date":"2016-05-18T10:14:00","date_gmt":"2016-05-18T07:14:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.tanzania-experience.com\/?p=9660"},"modified":"2023-10-10T14:47:20","modified_gmt":"2023-10-10T12:47:20","slug":"tuepfelhyaene-mehr-als-eine-lachnummer","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.tanzania-experience.com\/de\/blog\/spotted-hyenas-more-than-a-laugh\/","title":{"rendered":"Die T\u00fcpfelhy\u00e4ne ist weitaus mehr als nur eine Lachnummer"},"content":{"rendered":"<p>Die T\u00fcpfelhy\u00e4ne (Crocuta crocuta) ist auf dem gesamten afrikanischen Kontinent weit verbreitet. In der Regel unterscheidet man zwischen drei Hy\u00e4nenarten, wobei die T\u00fcpfelhy\u00e4ne die gr\u00f6\u00dfte ihrer Art ist im Vergleich zur Schabracken- und Streifenhy\u00e4ne. Allgemein ist das Bild der Hy\u00e4ne sehr negativ gepr\u00e4gt, indem ihre Gestalt und Verhalten meist als tollpatschig und gefr\u00e4\u00dfig assoziiert wird.<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p><br>Zun\u00e4chst ein paar Fakten zur Gestalt und K\u00f6rperbau der T\u00fcpfelhy\u00e4ne, die immerhin eine Schulterh\u00f6he von bis zu 90cm und eine L\u00e4nge zwischen 95 und 165 cm erreichen kann. Auffallend hierbei ist, dass die weiblichen Hy\u00e4nen gr\u00f6\u00dfer sind als ihre m\u00e4nnlichen Artgenossen. Der Grund f\u00fcr dieses eher untypische Charakteristikum liegt darin, dass bei einer \u00dcbermacht des M\u00e4nnchens, dieses relativ leicht das Weibchen vertreiben k\u00f6nnte, um ihre Jungen zu fressen.<\/p>\n\n\n\n<p>W\u00e4hrend des Tages halten sich Hy\u00e4nen meist in Erdh\u00f6hlen auf, die zuvor von Erdferkeln oder Warzenschweinen gebaut wurden. Ist ein Weibchen paarungsreif, paart sie sich meist mit mehreren verschiedenen M\u00e4nnchen. Nach einer Tragezeit von gut 110 Tage, geb\u00e4rt das Weibchen im Durchschnitt zwei Jungtiere. Anfangs werden die Welpen noch separat von dem restlichen Clan gehalten und erst nach ein paar Wochen f\u00fchrt die Mutter ihren Nachwuchs in den Clan ein. Ab jetzt leben die Welpen zusammen mit anderen Clanmitgliedern im selben Erdloch. Die weiblichen Jungtiere tendieren dahin, im Clan, in welchem sie hineingeboren worden sind, zu bleiben. Hingegen werden die m\u00e4nnlichen Jungtiere nach Erreichen ihrer Geschlechtsreife fortgejagt. Eine T\u00fcpfelhy\u00e4ne kann im Durchschnitt 20 Jahre alt werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Das Fell der T\u00fcpfelhy\u00e4ne variiert zwischen den einzelnen Individuen und h\u00e4ngt zudem vom Alter und von der Klimazone ab, in der die Hy\u00e4ne lebt. Das Fell ist relativ kurz und rau. Der Farbton des Fells differiert zwischen gelb und grau, und ist mit dunklen Tupfen versehen. Eine recht kurze R\u00fcckenm\u00e4hne verl\u00e4uft entlang vom Kopf bis hinunter zum unteren R\u00fccken.<\/p>\n\n\n\n<p>Am Markantesten ist aber wohl die nach hinten abgeneigte K\u00f6rperhaltung der T\u00fcpfelhy\u00e4ne, die durch die l\u00e4ngeren und kr\u00e4ftigeren Vorderbeine im Vergleich zu den k\u00fcrzeren Hinterbeinen verursacht wird und manchmal ein wenig an die Gestalt der Gnus erinnert. Hinzu verst\u00e4rkt der wuchtige Kopf mit den rundlichen Ohren die schiefe und nach hinten abfallende K\u00f6rperform.<\/p>\n\n\n\n<p>Noch immer glauben viele Menschen, dass Hy\u00e4nen reine Aasfresser sind und selber nicht auf Beutejagd gehen. Diese weitverbreitete Falschaussage muss definitiv revidiert werden, denn Hy\u00e4nen sind ausgezeichnete J\u00e4ger und ein Gro\u00dfteil ihrer Beute ist von ihnen selbst erlegt. Hy\u00e4nen besitzen eine bedeutende Rolle f\u00fcr den Erhalt des nat\u00fcrlichen \u00d6kosystems, indem sie die Natur von verwesenden Tierkadavern reinhalten.<\/p>\n\n\n\n<p>Hy\u00e4nen sind nachtaktive Tiere. Mit Hilfe ihres hervorragenden Sehverm\u00f6gens bei Dunkelheit sowie ihres ausgezeichneten H\u00f6rverm\u00f6gens k\u00f6nnen Hy\u00e4nen auch w\u00e4hrend der tiefsten Finsternis Beute ausmachen. In der Regel jagen Hy\u00e4nen zusammen in einem Rudel. Doch auch allein sind Hy\u00e4nen auf Jagd von Zeit zu Zeit zu beobachten. Dabei suchen sich Hy\u00e4nen, in erster Linie das schw\u00e4chste oder ein sehr junges Beutetier aus einer Tiergruppe heraus und jagen es, bis dieses sich v\u00f6llig verausgabt hat. Die Jagd verl\u00e4uft relativ langsam bzw. \u00fcber l\u00e4ngere Zeit, da Hy\u00e4nen \u00fcber eine enorm lange Ausdauer verf\u00fcgen und m\u00fchelos gut 10km herumtrotten k\u00f6nnen, ohne m\u00fcde zu werden. Einige Forscher behaupten, dass Hy\u00e4nen ein Gnu schon nach bereits 5 km erlegen k\u00f6nnen. Ist das Beutetier einmal gepackt und zu Boden gerissen, wird die Beute sogleich vertilgt. Eine ausgewachsene Hy\u00e4ne kann bis zu 14 kg Fleisch auf einmal fressen!<\/p>\n\n\n\n<p>Hy\u00e4nen besitzen eines der st\u00e4rksten Gebisse im gesamten Tierreich und k\u00f6nnen mit dieser effektiven Bei\u00dfkraft auch die dicksten Knochen zermalmen. Hy\u00e4nen ein weit gestrecktes Nahrungsspektrum. Ihre extrem konzentrierte Magens\u00e4ure hilft ihnen dabei sowohl Haare und Horn als auch die z\u00e4hsten und h\u00e4rtesten K\u00f6rperteile zu verdauen.<\/p>\n\n\n\n<p>Hy\u00e4nen bewegen sich in Gruppen, oder auch Clans genannt, mit einer Gr\u00f6\u00dfe von bis zu 100 Individuen. Diese Clans werden von den weiblichen Tieren angef\u00fchrt. Das soziale Verhalten und die innere Struktur eines Clans ist sehr komplex aufgebaut, indem jedes Tier eine bestimmte hierarchische Position einnimmt, die \u00fcber viele Jahre respektiert wird. Der jeweilige soziale Rang wird vom Muttertier an ihren Nachwuchs sozusagen weitergegeben bzw. \u201evererbt\u201c, sodass letztendlich die j\u00fcngsten Welpen der anf\u00fchrenden weiblichen Hy\u00e4ne in der Rangordnung h\u00f6her stehen als die rangh\u00f6chste m\u00e4nnliche Hy\u00e4ne innerhalb des Clans. Die Konkurrenz zwischen den Clanmitgliedern ist stark ausgepr\u00e4gt und beginnt bereits mit der Geburt, wenn die Jungtiere im Kampf um den besten Futterplatz ihre schw\u00e4cheren Geschwister attackieren oder sogar t\u00f6ten.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.tanzania-experience.com\/wp-content\/uploads\/2023\/10\/6_4.jpg\" alt=\"4\" class=\"wp-image-9667\"\/><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Hy\u00e4nen kommunizieren unter anderem mit verschiedenen Lauten. Forscher haben bislang 11 verschiedene Laute identifiziert und aufgenommen. Das klassische und den meisten wohlbekannte \u201eLachen\u201c der Hy\u00e4ne wird meist in erregten Situationen, beispielsweise bei Gefahr angewandt, aber auch um die eigene Unterwerfung zu einem Rang h\u00f6herem Tier zu zeigen. Neben diesem Lach- oder Kicherlaut ist der sogenannte \u201ewuup\u201c Laut w\u00e4hrend der Nacht am h\u00e4ufigsten und dar\u00fcber hinaus \u00fcber weite Entfernungen zu h\u00f6ren.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich k\u00f6nnte noch seitenweise fortfahren, um \u00fcber diese \u00e4u\u00dferst interessanten Tiere zu schreiben. Aber ich hoffe, ich konnte dem Leser mit diesem kurzen Abriss \u00fcber die T\u00fcpfelhy\u00e4ne vor Augen f\u00fchren, welche Faszination diese wilden Kreaturen ausstrahlen. Hy\u00e4nen lassen sich in fast allen Nationalparks von Tansania beobachten, aber am besten in der <a href=\"https:\/\/www.tanzania-experience.com\/de\/reiseziele\/ngorongoro-krater\/\">Ngorongoro Krater<\/a>.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die T\u00fcpfelhy\u00e4ne (Crocuta crocuta) ist auf dem gesamten afrikanischen Kontinent weit verbreitet. 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