{"id":9843,"date":"2016-07-06T13:44:46","date_gmt":"2016-07-06T10:44:46","guid":{"rendered":"http:\/\/www.tanzania-experience.com\/?p=9843"},"modified":"2023-10-10T14:27:15","modified_gmt":"2023-10-10T12:27:15","slug":"unentschieden-loewen-hyaenen-im-ngorongoro","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.tanzania-experience.com\/de\/blog\/lions-and-hyenas-standoff-in-crater\/","title":{"rendered":"Unentschieden zwischen L\u00f6wen und Hy\u00e4nen im Ngorongoro Krater"},"content":{"rendered":"<p>Es ist kein Geheimnis, dass L\u00f6wen und <a href=\"https:\/\/www.tanzania-experience.com\/de\/blog\/tuepfelhyaene-mehr-als-eine-lachnummer\/\">Hy\u00e4nen<\/a> bis aufs Blut verfeindet sind. Denn der Wettstreit um Nahrung und Territorium im Busch ist hart umk\u00e4mpft. Umso weniger erstaunt es, dass ein Rudel L\u00f6wen stets die Gelegenheit ergreift, eine Hy\u00e4ne zu t\u00f6ten, auch wenn keinerlei Notwendigkeit hierf\u00fcr besteht. Und genauso w\u00fcrde wohl auch ein zahlenm\u00e4\u00dfig \u00fcberlegener Clan von Hy\u00e4nen mit einem einzelnen L\u00f6wen verfahren.<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>Wenn es ums Fressen geht, verfolgen L\u00f6wen eine strikte Hierarchieordnung, die bestimmt, wer zuerst von dem erlegten Beutetier fressen darf. Nicht selten sind es die L\u00f6winnen, die die harte Arbeit der Jagd vollstreckt haben, nur um sich dann den \u00fcberlegenen L\u00f6wenm\u00e4nnchen unterzuordnen, die sich sogleich die besten St\u00fccke sichern. Erst nachdem die L\u00f6wenm\u00e4nnchen vollends ges\u00e4ttigt sind, \u00fcberlassen sie die Beute dem Rest des schon hungrig wartenden L\u00f6wenrudel. Ganz zum Schluss, wenn auch das L\u00f6wenrudel von dem Kadaver abgelassen hat, kommen die Aasfresser zum Zug, um die letzten \u00dcberbleibsel des Tierkadavers zu ergattern.<\/p>\n\n\n\n<p>Terrestrische Aasfresser wie Hy\u00e4nen und Schakale beobachten <a href=\"https:\/\/www.tanzania-experience.com\/de\/blog\/geier-unentbehrlicher-vogel-fuer-intakte-wildnis\/\">Geier<\/a> und andere Raubv\u00f6gel, die Beute am Boden ersp\u00e4ht haben und mit ihren typischen Kreisfl\u00fcgen unbewusst auf sich aufmerksam machen. Sie geben so den am Boden lebenden Aasfresser die entscheidenden Informationen, wo ein erlegtes Tier zu erwarten ist. Hy\u00e4nen als auch Schakale machen sich diesem Verhalten der Geier g\u00e4nzlich zunutze, um potenzielle Beute aufzusp\u00fcren.<\/p>\n\n\n\n<p>Trotz ihrer Gr\u00f6\u00dfe und ihrer kr\u00e4ftem\u00e4\u00dfigen \u00dcberlegenheit, bleibt es selbst L\u00f6wen oftmals verwehrt, ihre erlegte Beute in ungest\u00f6rter Ruhe genie\u00dfen zu k\u00f6nnen. Der Grund hierf\u00fcr liegt in den l\u00e4stigen Attacken der umherst\u00f6bernden Aasfresser, die versuchen, ein St\u00fcck des erlegten Tieres zu erlangen. Diese Attacken k\u00f6nnen so penetrant werden, dass selbst ein \u00fcberm\u00e4chtiger L\u00f6we seine Beute aufgibt und sie genervt den Aasfressern \u00fcberl\u00e4sst. Dieses Schicksal trifft nicht nur L\u00f6wen, sondern ebenso Leoparden und Geparden. Jedoch hat der Leopard einen entscheidenden Vorteil gegen\u00fcber den beiden anderen Raubkatzen, indem er seine Beute auf einen Baum hochzerren kann, um sie so vor aufdringlichen Aasfressern zu sichern.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich selbst habe auf einer <a href=\"https:\/\/www.tanzania-experience.com\/de\/safaris\/\">Safari<\/a> ein solche Pattsituation zwischen vier jungen L\u00f6wenm\u00e4nnchen und einer Schar Hy\u00e4nen miterleben d\u00fcrfen. Als wir uns der Szene n\u00e4herten, sahen wir, wie zwei der vier L\u00f6wenm\u00e4nnchen sich \u00fcber einen erlegten <a href=\"https:\/\/www.tanzania-experience.com\/de\/blog\/afrikanische-bueffel-nicht-zum-spassen\/\">B\u00fcffel<\/a> hermachten.<\/p>\n\n\n\n<p>Doch aus dem Hintergrund wagten sich bereits eine Hy\u00e4ne nach der anderen an den erlegten B\u00fcffel heran. Ein wenig abseits des Tierkadavers konnten wir beobachten, wie ein L\u00f6wenm\u00e4nnchen sich wiederum unbemerkt an die Hy\u00e4nen heranpirschte, die zunehmend nerv\u00f6ser wurden, je n\u00e4her sie sich n\u00e4herten. Mittlerweile befanden sich die drei jungen L\u00f6wen am Riss w\u00e4hrend rund sieben Hy\u00e4nen sich stetig den L\u00f6wen n\u00e4herten.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.tanzania-experience.com\/wp-content\/uploads\/2023\/10\/7_3.jpg\" alt=\"3\" class=\"wp-image-9848\"\/><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Nun pl\u00f6tzlich tauchte der vierte L\u00f6we wie aus dem Nichts auf und die hungrigen Hy\u00e4nen waren noch zu sehr mit sich selbst besch\u00e4ftigt, als dass sie die Gefahr hinter sich wahrnehmen konnten. Und ehe wir uns versahen, griff der L\u00f6we sie direkt an. Mit viel Gl\u00fcck konnten die Hy\u00e4nen dem angreifenden L\u00f6wen entfliehen. Die L\u00f6wen verhielten sich nun weitaus gereizter und immer wieder attackierten sie die Hy\u00e4nen, um sie auf Abstand zu halten. In der Zwischenzeit hatte sich ein Schabrackenschakal an dem Kadaver eingefunden, dem es die L\u00f6wen gestatten, nur ein paar Zentimeter von ihnen entfernt vom Tierkadaver zu fressen. Die Gunst der L\u00f6wen gegen\u00fcber dem Schakal erregte die Hy\u00e4nen umso mehr und so fokussierten sie ihre Attacken nun auf den kleinen Schakal, der sich am Rande mit ein paar Kadaverresten begn\u00fcgt hatte. Unerbittlich attackierten sie den unterlegenen Schakal, bis dieser sich entschied, den Ort zu verlassen.<\/p>\n\n\n\n<p>Nach einer Weile konnten wir beobachten, wie zunehmend mehr Hy\u00e4nen sich an den B\u00fcffelkadaver heranschlichen, wodurch die \u00dcberlegenheit der L\u00f6wen stetig abnahm. Wir warteten mit Spannung, wie diese Pattsituation zwischen den L\u00f6wen und Hy\u00e4nen sich weiter entwickeln w\u00fcrde. Schlie\u00dflich hatten die jungen L\u00f6wen ihre hungrigen M\u00e4gen gef\u00fcllt und \u00fcberlie\u00dfen den Kadaver in der \u00dcberzahl lauernden Hy\u00e4nen. F\u00fcr die Hy\u00e4nen glich dies einem Festschmaus, hatten die vier jungen L\u00f6wen nur etwa ein Viertel des B\u00fcffels verspeist. Sp\u00e4ter h\u00f6rten wir \u00fcber Funk, dass sich bis zu 60 Hy\u00e4nen \u00fcber den Resten des Tierkadavers hermachten, und es dauerte nur weniger als eine Stunde, bis von dem riesigen B\u00fcffel nichts als ein paar Knochen \u00fcbriggeblieben war.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Es ist kein Geheimnis, dass L\u00f6wen und Hy\u00e4nen bis aufs Blut verfeindet sind. Denn der Wettstreit um Nahrung und Territorium im Busch ist hart umk\u00e4mpft. 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