[email protected]   |    +27 21 852 6911

Geschrieben von: Taher Nassrulla am 20. Januar 2016

Der Lake Chala – ein Kratersee im Schatten des Kilimanjaros

Lake Chala

Ungefähr 55km nordöstlich von Moshi liegt der Lake Chala an der süd-östlichen Flanke des Kilimanjaros. Der See grenzt direkt an die kenianische Grenze, oder um es genauer zu sagen, die internationale Landesgrenze zwischen Kenia und Tansania verläuft exakt durch die Mitte des Sees.

Der Lake Chala stellt eigentlich einen mit Wasser gefüllten Krater dar, der ursprünglich durch einen Vulkanausbruch (vermutlich des Kilimanjaros ) entstanden ist. Der Kratersee selbst umfasst eine Oberfläche von ca 4,2km² bei einer Länge von 3km und einer Breite von 2,4km. Die Tiefe des Sees wird auf ca. 70 – 90m geschätzt. Die äußerst steilen Kraterwände, die den See umgeben, weisen dabei eine Höhe von teilweise bis 100m auf.

4

Je nach Wetterlage und Jahreszeit wechselt das Wasser des Kratersees von türkis bis dunkelblau oder grün. Gespeist wird der Kratersee ziemlich wahrscheinlich von unterirdischen Grundwasserströmen, die vom Mount Kilimanjaro her kommen. Ebenfalls unterirdisch verläuft der Abfluss des Wassers in den benachbarten Lake Jipe. Im Lake Chala ist der endemische und vom Aussterben bedrohte Lake Chala Tilapia beheimatet, der zu der Buntbarschfamilie gehört und nur in diesem Gewässer zu finden ist.

In den frühen Anfängen des 20. Jahrhunderts wurden sogar Krokodile in den Lake Chala ausgesetzt, die allerdings schon bald von den örtlichen Fischern ausgerottet wurden. Daher besteht kein Zweifel, dass sich heutzutage keine Krokodile mehr in dem See befinden.
Bis heute lassen sich aber immer noch Fischer beobachten, die fast täglich auf Fischfang gehen und dabei in ihren Einbäumen langsam auf der Wasseroberfläche umhertrieben.

Chala Boot

Viele Mythen und Legenden umgeben den Lake Chala; so glauben bis heute einige einheimischen Bewohner, dass ein ganzes Maasai-Dorf im See verschollen gegangen ist. Die Geister der Dorfbewohner sollen bis heute um den See spuken….

Nicht nur landschaftlich ist der Lake Chala und seine Umgebung mit Blick auf den Kilimanjaro (gute Wetterlage vorausgesetzt) ein reizvolles und interessantes Ausflugsziel. Auch gibt es hier viele Lebewesen zu entdecken, unter anderem eine Vielzahl von unterschiedlichen Vögeln (allein 200 verschiedene Vogelarten wurden am Lake Chala gezählt) sowie kleinere Säugetiere, wie Diademmeerkatzen Affen, Schwarz-weiße Stummelaffen, Paviane, Diks Diks und selbst Kudus lassen sich mit etwas Glück erspähen. Aufgrund der räumlichen Nähe zum Tsavo Nationalpark auf der kenianischen Seite sind gelegenlich sogar größere Herden von Elefanten, die zwischen Kenia und Tansania mirgireren, zu beobachten.

Sollten Sie einen Ausflug zum Lake Chala unternehmen, ist es ein Muss, die steilen Kraterwände bis ans Ufer des See hinabzusteigen. Der Pfad ist landschaftlich sehr reizvoll, mit tollen Ausblicken auf den See und die umgebende Pflanzenwelt. Auch Schwimmen ist im Lake Chala möglich, aber es wird empfohlen, sich stets in Ufernähe aufzuhalten.
Ein weiterer interessanter Rundgang ist die Wanderung durch ein nahegelegenes Flussbett. Ein kleiner Fluss, der saisonal Wasser führt, hat über die Jahre durch seine Wasserläufe die Uferwände tiefer und tiefer ausgewaschen.

1

Innerhalb dieser natürlich erodierten Schlucht gibt es gute Chancen, Paviane und andere Wildtiere zu sehen.

Auch Übernachtungsmöglichkeiten sind am Lake Chala vorhanden. Dabei kann der Besucher vom gut ausgestatteten Zeltplatz mit Waschhäuschen und warmer Dusche bis hin zu einem luxuriösen Hauszelt (Tented Camp) wählen. Der Lake Chala ist sowohl als Tagesausflug als auch als mehrtägige Übernachtungstour auf jeden Fall einen Besuch Wert. Genießen Sie die Stille und Geruhsamkeit, die der See ausstrahlt und lassen Sie sich am Morgen sanft vom Vogelgezwitscher wecken. Ein Ausflug zum Lake Chala bleibt einfach ein besonderes Naturerlebnis.

Autor: Taher Nassrulla

Geboren in Ostafrika, ist Taher schon seit seiner frühen Kindheit fasziniert von der Afrikanischen Wildnis mit ihrer ursprünglichen Natur und ihren vielfältigen Landschatfsformationen. Nach einigen Jahren in Europa, kehrte er 2004 nach Tansania zurück, um seine berufliche Laufbahn als Safari-Tourguide zu beginnen. Seitdem verbringt er soviel Zeit wie möglich im Afrikanischen Busch, um seine Fertigkeiten als Reisebegleiter und sein Wissen über Flora und Fauna stetig zu erweitern.Taher spricht fliessend Englisch, Kiswahili und Deutsch und ist ein leidenschaftlicher Fotograf. Seine langjährigen Erfahrungen und Kenntnisse über den Afrikanischen Busch teilt er gerne mit ebenso interessierten Safaribegeisterten als deutschsprechender Tourbegleiter.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert