Heutzutage sind Mobiltelefone in Tansania für mehr und mehr Menschen zugänglich und tagtäglich wächst die Zahl der Mobilfunknutzer im ganzen Land. Dabei kann ich mich noch gut daran erinnern, daß noch im Jahr 2004 in vielen Teilen des Landes es keinerlei Empfang gab und sozusagen noch das Zeitalter der Brieftauben als Kommunikationsmittel vorherrschte.

In Tansania gibt es drei führende Mobilfunknetzanbieter. Diese sind Vodacom, Airtel und Tigo, deren Netzwerke alle zusammen fast die gesamte Landesfläche bis in die letzten und entlegensten Winkel des Landes abdecken. Schon gegen Ende des ersten Jahrzehnts im Jahre 2000 begannen die meisten Mobilfunkanbieter auch mobile Geldtransaktionen per Mobiltelefon für ihre Kunden anzubieten. Um sich von der Konkurrenz besser unterscheiden zu können, hat jeder Mobilfunkanbieter einen eigenen Namen für diesen neuen Geldtransfer-Service kreiiert, auch wenn es sich letztendlich um ein und dasselbe Produkt handelt. So nennt Vodacom seinen Geldtransfer-Service M-Pesa, bei Airtel heißt dasselbe Produkt Airtel Money und Tigo nennt es Tigo-Pesa. Pesa bedeutet übrigens Geld in Kisuaheli.

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Dieses neue System der mobilen Geldtransaktion per Mobiltelefon gibt den Nutzern die Möglichkeit, Geld auf einem virtuellen Konto zu deponieren, das über das eigene Mobiltelefon gekoppelt ist.

Alle Anbieter bieten ihren Kunden mehr oder weniger dieselben Service-Optionen, angefangen von der normalen Gelddeponierung, sowie Bargeldabhebungen und Geldüberweisungen bis hin zur Begleichung von Rechnungen oder als direktes Zahlungsmittel für Güter sozusagen als bargeldloses Einkaufen. All diese verschiedenen Optionen, Geld an bestimmte Empfänger zu transferieren, können per Mobiltelefon jederzeit und von überall (vorausgesetzt es gibt ein stabiles Netzwerk) getätigt werden. Zusätzlich gibt es sogenannte Agenten, die als „Wakala“ bezeichnet werden.

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Diese führen für die Mobilfunkanbieter bestimmte Dienstleistungen aus. Dabei fungieren diese Agenten ähnlich wie ein normaler Bankangestellter, bei dem man sein Konto aufladen oder Bargeld abheben kann und so weiter. Das konventionelle Bankkonto wird dadurch für viele Nutzer immer uninteressanter, wobei einige Verbraucher jedoch gleich von beiden Gebrauch machen und ihr Bankkonto direkt mit ihrem Mobilfunkkonto vernetzen.

Dieser Service bietet den Nutzern eine fantastische Möglichkeit, Geld schnell und einfach an andere zu senden. Tansanier, die beipielsweise in den großen Städten arbeiten, können nun schnell und sicher Geld an ihre zurück gebliebenen Familien in den ländlichen Gebieten senden ohne dabei lange und kostenaufwendige Reisen auf sich nehmen zu müssen. Hinzu kommt, daß eine solche lange Reise mit viel Bargeld im Gepäck ein bestimmtes Sicherheitsrisko in sich birgte.

Auch können Nutzer schnell und einfach ihre alltäglichen Rechnungen begleichen, losgelöst von Öffnungszeiten und ohne jegliches Schlange stehen in den Banken, Behörden oder Geschäften. Hierzu zählen vor allem Strom- und Wasserrechnungen, monatliche Steurerabgaben, Kfz-Steuer und Versicherungen bis hin zu den monatlichen Fernsehgebühren oder sogar der Kauf von Flugtickets ist per Mobiltelefon möglich.

Ostafrikas Nachfrage nach Smartphones ist in den letzten Jahren extrem gewachsen. Ein Grund hierfür ist auch die Tatsache, daß fast jeder Tansanier nicht nur ein sondern gleich mehrere Mobiltelefone besitzt. Dadurch können sie die verschiedenen Netzwerke der Mobilfunkanbieter nutzen und erhalten somit die günstigeren Tarife beim Kommunizieren im selben Netz.