Als ich mich kürzlich im Serengeti Nationalpark mit Gästen auf Safari befand, machte ich eine ganz eigentümliche Erfahrung, bei der zahlreiche Großkatzen, unerträglich heiße Temperaturen und mehrere Bäume beteiligt waren. Wie oftmals in der Reiseliteratur nachzulesen ist, ist eigentlich der Lake Manyara Nationalpark berühmt für seine auf Bäumen kletternden Löwen. Allerdings kann die dichte Vegetation des Parks die freie Sicht auf dieses ungewöhnliche Verhalten der auf Bäume kletternde Löwen hin und wieder erschweren.  Im Gegenteil zum Serengeti Nationalpark, dessen Vegetation durch offene und weite Savannen geprägt ist und damit bessere Chancen für eine solch außergewöhnliche Tierbeobachtung gewährt.

Während einer unserer ausgedehnten Pirschfahrten durch die Serengeti hatten wir das unglaubliche Glück, drei ausgewachsene Löwinnen mit zwei kleinen Jungen zu beobachten, die auf einem sogenannten Leberwurstbaum ihre Siesta hielten. Es war schon beeindruckend zu sehen, wie jeder einzelne Löwe seine perfekte Liegeposition für ein ausgiebiges Mittagsschläfchen auf einem der Ästen ausgewählt hatte.

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Nach einer Weile setzen wir unsere Pirschfahrt fort, um nur kurze Zeit später erneut eine Löwin mit drei kleinen Jungtieren auf einem umgestürzten Baum zu entdecken. Die Löwin entschied schon bald, daß dies nicht der perfekte Schlafplatz für ihre Kleinen sei und bewegte sich in Richtung eines großen Akazienbaums. Zusammen mit ihrem Nachwuchs passierte die Löwin dabei direkt unser Safarifahrzeug. Wir folgten ihr aus sicherer Entfernung und erlebten daraufhin ein wahres Schauspiel, als zuerst die Löwin mit schnellen Sprüngen auf den Akazienbaum kletterte, gefolgt von einem ihrer kleinen Jungen. Die beiden anderen Jungtiere entschieden sich hingegen für den festen Boden unter ihren kleinen Pfoten, und um die nähere Umgebung zu erkunden. Andächtig beobachteten wir diese harmonische Szenerie für einige Stunden und genossen es, als einziges Fahrzeug diese Fotomotiv ganz für uns zu besitzen. Mit einem breiten Lächeln in unseren Gesichtern und ein paar Hundert Bildern mehr auf meiner Speicherkarte, machten wir uns schließlich auf den Heimweg.

Auf der Rückfahrt aus der Serengeti wurden wir zum Abschied ein weiteres Mal mit einer Baumszene beglückt. Dieses Mal zählten wir 11 Löwen auf einem einzigen Baum. Der Baum erhielt dadurch eine ganz neues Erscheinungsbild, wobei die Löwen wie übergroße Früchte erschienen.

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Ein Grund warum Löwen sich gerne auf Bäumen aufhalten, hat mit der wachsenden Verbreitung einer bestimmten lokalen Fliegenart zu tun. Mit Ende der Regenzeit, wenn das Gras in die Höhe geschnellt ist, wächst die Population dieser sehr kleinen Fliegen explosionsartig an. Die Löwen, die sich von diesen Minifliegen äußerst belästigt und genervt zeigen, versuchen diesen auszuweichen, indem sie auf höhere Bäume klettern. Zudem spenden die Bäume einen angenehmen Schatten und bieten zudem einen stratregisch guten Aussichtspunkt, um potentielle Beutetiere zu sichten.