Michael ist einer unser erfahrensten Guides. Er ist seit 2009 bei Tanzania-Experience und kennt das Unternehmen und unsere Gäste so gut wie kaum ein anderer. Er hat am bekannten College for African Wildlife Management, Mweka, studiert und ist auch heute noch in Kontakt mit seinen Professoren, um immer auf dem Laufenden zu bleiben, wie sich die Naturschutzbemühungen in Tansania entwickeln.

 

Michael, du verbringst die meiste Zeit draußen und in Tansanias Nationalparks. Du hast außerdem großes Interesse an Natur- und Wildtierschutz. Vor welchen Herausforderungen steht Tansania in diesem Bereich?

Viele würden jetzt natürlich Wilderei als eine der größten Herausforderungen nennen. Und da stimme ich auch zu, es ist ein großes Problem. Allerdings gibt es noch eine ganze Reihe anderer Herausforderungen, die wir nicht vergessen sollten. Das Bevölkerungswachstum, zum Beispiel, führt zu immer mehr Konflikten zwischen Menschen und Wildtieren. Mehr Menschen brauchen mehr Platz, was weniger Platz für Wildtiere bedeutet.

Ein anderes Problem sind die gebietsfremden Arten, die „alienplants“. Damit meinen wir Pflanzen, die in einer Gegend von Natur aus nicht vorkommen und von außen hereingebracht werden. Diese Pflanzen können das Ökosystem negativ beeinflussen. Das Vieh der lokalen Bauern bringt solche Pflanzen näher an die Nationalparks und geschützten Gebiete heran.

 

Welche Lösungsansätze gibt es?

Es ist natürlich eine ziemlich schwierige Situation. Sonst hätten wir die Probleme ja schon längst gelöst. Ein Ansatz ist die Umsiedlung von Dörfern, damit die Menschen weiter weg von den geschützten Gebieten leben. Das Wichtige – und gleichzeitig sehr Schwierige – das man hierbei beachten muss: Die Menschen dürfen durch die Umsiedlung ihr soziales Netzwerk und ihren kulturellen Kontext nicht verlieren.

Ich denke, dass Tourismus – vorausgesetzt man betreibt ihn verantwortungsbewusst – ein einflussreiches Mittel sein kann, unsere Nationalparks zu schützen. Solange Menschen Interesse daran haben, unsere Nationalparks zu besuchen, gibt es dem Land einen weiteren Grund, sie zu schützen.

 

Gibt es etwas, das du in deiner Rolle als Safari Guide tun kannst, um den Naturschutz zu fördern?

Wenn ich mit meinen Gästen auf Safari unterwegs bin und den Eindruck bekomme, dass Sie an diesem Thema Interesse haben, teile ich so viel Wissen mit ihnen wie möglich. Und die meisten Reisenden, die nach Tansania kommen, sind ziemlich wissbegierig und wollen mehr erfahren. Ich hoffe, dass sie dieses neue Wissen dann mit nach Hause nehmen und an ihre Freunde und Familien weitergeben. Das ist mein Weg, Bewusstsein für das Problem zu schaffen.

Es ist aber auch wichtig, hier zu Hause in Tansania Bewusstsein zu schaffen. Meine Mutter ist Grundschullehrerin in Dar es Salaam. Immer, wenn ich nach Hause nach Dar gehe, besuche ich auch ihre Schule und halte einen kurzen Vortrag zum Thema Natur- und Wildtierschutz für die Schüler. Ich versuche, ihnen die Schönheit unseres Landes zu vermitteln und dass man diese natürlichen Schätze, die wir haben, auch schätzen und bewahren muss.

Gehen Sie gemeinsam mit Michael oder einem seiner Kollegen auf Safari und lernen Sie mehr über Tansanias Wildtiere und Natur. Hier geht’s los!