Tansania besitzt eine Reihe interessanter, archäologischer Fundstätten, in denen zahlreiche signfikante Fossilien entdeckt wurden, die maßgeblich zur Erforschung des Ursprungs der Menschheit beigetragen haben. Ein Großteil dieser bekannten und bedeutenden Fundstätte befindet sich im Norden des Landes, aber auch im südlichen Tansania lassen sich einige Fundstätten besichtigen, so auch die ca. 20km südlich von Iringa entfernte Steinzeitfundstätte von Isimila.

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In den späten 1950er Jahren wurden hier mehrere bedeutungsvolle Steinzeitfunde entdeckt und ausgegraben. Die meisten dieser Funde stellen Steinwerkzeuge dar, deren Alter man auf zwischen 60.000 bis 100.000 Jahre schätzt. Ebenso wurden fossile Tierknochen gefunden, darunter ein halber Schädel einer ausgestorbenen Art und Vorfahren des Nilpferdes sowie Knochen von einem Giraffen-ähnlichen Tier, das allerdings einen kürzeren Hals besaß als die heutige, uns bekannte Giraffe.

Insbesondere die Funde der fossilen Tierknochen von Nilpferden lassen Vermutungen aufkommen, dass es zu jener Zeit ein kleiner See rund um Ismila existierte. Man geht davon aus, dass dieser See nicht nur Tiere sondern auch Menschen anzog, die vor ca. 300.000 – 600.000 Jahren dort lebten und den Tieren beim Trinken auflauerten. Die zahlreich gefundenen Steinwerkzeuge belegen diese Theorie ebenfalls. Besichtigt man heute die Stätte, erhält man eine gute Vorstellung, wie die Landschaft durch Regen und Wind über tausende von Jahren immer weiter erodierte und der See zu einer tiefen Schlucht wurde. Härtere Gesteinsschichten, die der Erosion besser standhielten, konnten sich in Form von schmalen Steintürmen erhalten. Einige dieser Steinsäulen weisen eine Höhe von bis zu 30m auf.

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Auf einem Rundgang können Sie die Ausgrabungsstätte besichtigen. An einem kleinem Museum, das eine kleine Ausstellung zu der Forschungsgeschichte der Stätte beinhaltet, erhalten Sie von einem örtlichen Guide eine kurze Einführung zu der Stätte allgemein und Informationen zu den Forschungsteams, die an den Ausgrabungen mitgewirkt haben. Der Rundgang führt weiter einen steilen Pfad in den Canyon hinunter. Dort wird Ihnen der Guide weitere Erklärungen zu den verschiedenartigen Steinwerkzeugen geben und wie sich die meterhohen Steinsäulen durch die fortwährenden Erosionen formiert haben. Der Rundgang ist landschaftlich sehr reizvoll, insbesondere wenn bei klaren Wetterverhältnissen die beeindruckenden und fast künstlerisch erscheinenden Steinsäulen in warmen Erdtönen vor einem blauen Himmel aufragen.

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Die Steinzeitstätte ist von Iringa aus einfach zu erreichen. In dem kleinen Museum erfolgt die Registrierung und die Zuteilung eines Guides für den Rundgang. Der Rundgang an sich dauert ca. 3 Stunden, der gesamte Besuch inklusive des Museums umfasst gut einen halben Tag. Am besten man besucht die Stätte bereits am Morgen bevor die Sonne den Canyon aufheizt. Ein kleiner Picknickplatz und Toiletten befinden sich direkt am Museum.