Tansania ist mit über 1100 Vögelarten ein wahres Paradies für Ornithologen. Besonders die bis zu 15 verschiedenen Eulenarten, die als nachaktive Jäger auf Beute gehen, sind für Vogelkundler ein ganz besonderes Highlight – wenn man sie denn zu Gesicht bekommt. Dies steht ganz im Gegensatz zu den Meinungen eines gewöhnlichen Tansaniers, der in in Eulen eigentlich nur ein schlechtes Omen sieht.

Allgemein ist der Irrglaube unter der tansanischen Bevölkerung weit verbreitet , dass Eulen das Werk des Teufels verrichten. Ich habe bereits die ein oder andere hitzige Diskussion mit meinem Gärtner geführt, der einen Baum in meinem Garten fällen wollte mit der Begründung, dass der Baum zuviel Schatten werfe oder andere Pflanzen am Wachsen hindern würde. Dies waren jedoch nur vorgeschobene Ausreden, denn der eigentliche Grund war, dass sich eine Eule in dem Baum eingenistet hatte und mein Gärtner diese nun vertreiben wollte.

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Darüberhinaus habe ich unzählige Diskussionen mit Leuten geführt, die Eulen als Todesbote deuten. Dabei variieren die verschiedenen Auslegungen dieses Aberglaubens. Zum einen wird der Anblick einer Eule während der Nacht gefürchtet, denn dies kündigt den Tod für die dort lebenden Menschen an. Zum anderen soll man den Namen von jemanden nicht laut aussprechen, wenn man eine Eule sieht. Denn die Eule wird den ausgesprochenden Namen hören und die betroffene Person wird damit für den Rest des Lebens verflucht sein. Weitere traditionelle Glaubensweisen behaupten, dass Eulen von traditionellen Medizinmännern ausgesandt werden, um andere Personen auszuspionieren.

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Auch in anderen Teilen dieser Welt war und ist das Bild der Eule als dämonischer Vogel und damit Unheilsbringer keine Seltenheit. Während diese altertümlichen Vorstellungen jedoch in der westlichen Welt so wie gut wie ausgestorben sind, sind sie in Tansania bis heute fest verankert im traditionellen Volksglauben der lokalen Bevölkerung.