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Geschrieben von: Taher Nassrulla am 23. September 2015 – Zuletzt aktualisiert am 10. Oktober 2023

Mehr als nur amüsante Vornamen: die bedeutungsvollen Namensgebungen eines liebenswertes Volkes

Amüsante Vornamen

Unterwegs in Tansania erfährt man stets die freundliche Gastfreundschaft der Landesbewohner, die in diesem riesigen und eindrucksvollen Land leben. Auch als Fremder begegnet man zumeist einer großen Herzlichkeit und Hilfsbereitschaft, die den Tansaniern zu Eigen sein scheint.

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Die aktuelle Bevölkerungszahl in Tansania wird momentan mit 45 Millionen Menschen angegeben (August 2015). Da bei den Volkszählungen keine Angaben zu der Religionszugehörigkeit gemacht werden, gibt es bis heute keine genauen Zahlen, welcher Religion die Bewohner Tansanias angehören, sei es dem Christentum, dem Islam oder anderen Glaubensrichtungen. Dies basiert auf einer langjährigen Tradition der Toleranz, die keine Diskriminierung aufgrund der Religionszugehörigkeit zuläßt. Allgemeine und relativ grobe Schätzungen sagen, dass 40% der Bevölkerung dem Christentum und weitere 40% dem Islam angehören. Die restlichen 20% verteilen sich auf andere Glaubensrichtungen, wie traditionelle Volksglauben etc. Allerdings gelten diese Zahlen als nicht bestätigt.

Unter diesen 45 Millionen gibt es eine Vielzahl von Menschen, die recht sonderbare und zum Teil auch sehr amüsante Namen tragen. Viele Namensgebungen sind direkt aus der offiziellen Landessprache, dem Kisuaheli, abgeleitet, wie beispielsweise “Mungu atosha”, was so viel bedeutet wie „Gott ist genug“. Auch einige meiner Freunde und Bekannte haben ähnlich bedeutungsvolle Vornamen. Zu meinen Favouriten gehören: Gottes-Liebe (Godlove), Viel-Glück (Goodluck), der Unschuldige (Innocent), Gott-erhört (Godlisten), der Ehrliche (Honest), der/ die Leuchtende (Lightness) oder der/ die Erleuchtete (Lightning), Gottes-Gebet (Godpray) oder auch Bete-zu-Gott (Praygod), Hoffnung (Tumaini), Frieden (Amani), Gesendet-von-Gott (Godsent), Fröhlich(-keit) (Happy) und Freude (Gladness).

Auch wenn diese Vornamen für unsereinen eher ehrfürchtig bis komisch klingen, sind dies absolut ernst gemeinte und weit verbreitete Namensgebungen in Tansania. In diesen spiegeln sich nicht nur die Hoffnungen der Eltern für den zukünftigen Lebensweg ihre Kinder wider, sondern auch eine tiefe religiöse Verbundenheit sowie der innere Wunsch oder Vorstellung über den Charakter ihrer Nachkommen. Darüber hinaus haben viele Tansanier einen englischen Vornamen, wie zum Beispiel John, kombiniert mit einem traditionellen Namen abgeleitet von ihrem Clan oder Tribe. Diese Kombination aus einem traditionellen Familiennamen mit einem modernen englischen Namen ist unter allen 126 verschiedenen Volksgruppen, die es in Tansania gibt, ein sehr geläufiger Brauch bei der gegenwärtigen Namensgebungen.

Aber letzten Endes gilt, dass, egal welche Namen sie auch tragen, die Tansanier ein sehr freundliches und gutmütiges Volk sind. Zudem sind sie immer offen für ein nettes Schwätzchen und haben meist ein breites und herzliches Lachen auf den Lippen, was jeden Aufenthalt in diesem großartigen Land um ein Vielfaches bereichert.

Autor: Taher Nassrulla

Geboren in Ostafrika, ist Taher schon seit seiner frühen Kindheit fasziniert von der Afrikanischen Wildnis mit ihrer ursprünglichen Natur und ihren vielfältigen Landschatfsformationen. Nach einigen Jahren in Europa, kehrte er 2004 nach Tansania zurück, um seine berufliche Laufbahn als Safari-Tourguide zu beginnen. Seitdem verbringt er soviel Zeit wie möglich im Afrikanischen Busch, um seine Fertigkeiten als Reisebegleiter und sein Wissen über Flora und Fauna stetig zu erweitern.
Taher spricht fliessend Englisch, Kiswahili und Deutsch und ist ein leidenschaftlicher Fotograf. Seine langjährigen Erfahrungen und Kenntnisse über den Afrikanischen Busch teilt er gerne mit ebenso interessierten Safaribegeisterten als deutschsprechender Tourbegleiter.

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