Wie der Name bereits erkennen läßt, gehört der Schwarzhalsreiher zu der Familie der Reiher. Diese Vogelart beeindruckt schon allein durch seine Größe mit einer Standhöhe von bis zu 85 cm und einer Spannweite von bis 150 cm. Die bevorzugten Gebiete, in denen sich Reiher heimisch fühlen, sind offene Grasflächen, Feuchtgebiete sowie Sumpf- und Marschlandschaften.
Nichtsdestotrotz weisen Reiher eine enorme Anpassungsfähigkeit auf und so ist es nicht verwunderlich, daß man sie zum Teil auch in Städten, auf Farmen oder nahe von Wohnsiedlungen beobachten kann.

Der Reiher brütet gewöhnlich während der Regenzeit in großen Kolonien. Das Weibchen legt in der Regel zwischen 2-4 Eier. Stöcke und kleine Ästchen dienen als Baumaterial für die voluminösen Nester, die stets erhöht auf Bäumen, im Schilfrohr oder im Moor errichtet sind.

Charakteristisch für den Schwarzhalsreiher ist seine Flugart, wobei er mit eingezogenem Hals fliegt, während beispielsweise Störche und Kraniche mit gestreckten Hälsen fliegen. Darüberhinaus ist er ein ausgezeichneter und zumeist erfolgreicher Jäger, indem er für lange Zeit regungslos auf seine Beute lauert oder geräuschlos durch das Wasser schreitet, um sich so an seine Beute heranzupirschen.

Der Schwarzhalsreiher ernährt sich sowohl von Wasserinsekten als auch von terrestrischen Insekten, aber auch von größeren Tieren, wie Schlangen, Spinnen, Fröschen, Mäusen und Vögeln.

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Erst kürzlich konnte ich einen Schwarzhalsreiher in der Serengeti beobachten, wie dieser mit etwas kämpfte, was ich aus der Entfernung aber nicht genau erkennen konnte. Aus der Nähe erwies sich seine Beute als ein Vogel, vermutlich eine Feldlerche.

Wir konnten sehen, wie sehr sich der Reiher mühte, den Vogel herunterzuschlucken. Erschwerend kam hinzu, dass seine Beute noch lebte und sich mit aller Kraft gegen das Herunterschlucken wehrte. Nach ca. 10 Minuten ständigen Versuchens, den Vogel zu schlucken, hatte sich der Reiher vollends verausgabt und mußte eine Pause einlegen.

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Ich habe immer wieder von unseren erfahrenen Safari Guides gehört, daß Reiher gerne andere Vögel fressen, doch konnte ich mir dies immer nur schwer vorstellen. Nun ja, nach dieser persönlichen Beobachtung, kann ich mit Gewißheit sagen, daß dies der Wahrheit entspricht. Und wieder einmal gelang es der Serengeti mich mit dieser einzigartigen Tierbeobachtung zu überraschen und mich gleichzeitig einer neuen Erkenntnis zu belehren.