Während einer Safari am Ngorongoro Krater konnten wir kürzlich viele unvergessliche Tierbeobachtungen machen – aber eine war etwas ganz Besonderes: Wir sahen einen eleganten männlichen Serval am helllichten Tage!

Jeder, der einen Serval (auf Deutsch: Buschkatze) zum ersten Mal sieht, kann ihn leicht mit einem Geparden oder einem jungen Leoparden verwechseln.
Wenn man jedoch genauer hinschaut erkennt man, dass es sich um eine andere Katze handelt.  Servals sind ziemlich schlank, haben relativ lange Beine und einem kleinen Kopf. Das Fell ist gefleckt und an einigen Stellen (zum Beispiel an den Innenseiten der Beine) ist das Fell gestreift.

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Buschkatzen sind nachtaktive Tiere und das außergewöhnlich gute Hörvermögen ihrer großen Ohren hilft ihnen dabei nachts Beute aufzuspüren. Mit einer Schulterhöhe von 50 – 60 Zentimetern und einer Länge von fast einem Meter gelten diese scheuen Tiere als mit die größten unter den Wildkatzen. Die Katzen sind in Afrika heimisch und können sich dort fast jedem Lebensraum anpassen. Am wohlsten fühlen Sie sich allerdings in der Savanne.

Buschkatzen sind um Längen effizienter im Jagen als zum Beispiel Löwen oder Leoparden. Über 50% der Jagdversuche sind erfolgreich und sie setzen verschiedene Jagdstrategien um, wenn sie nach ihrer Mahlzeit Ausschau halten. Die Nahrung eines Servals besteht hauptsächlich aus Nagetieren, aber sie jagen auch Hasen, Vögel, Echsen, Schliefer und Reptilien. Sie sind auch beeindruckende Springer und können mühelos 2-3 Meter in die Luft springen und manchmal dabei einen Vogel im Flug fangen.

Servals leben eher alleine und sowohl Männchen als auch Weibchen haben ihre eigenen Jagdreviere die sich aber oft überschneiden. Die Weibchen sind bis zu 75 Tage trächtig. Nach dieser Zeit werden dann gewöhnlich zwei Jungkatzen geboren. Ein Serval wird in der Wildnis unter normalen Umständen bis zu 10 Jahre alt. Manchmal werden sie aber auch von Leoparden getötet.

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Wir hatten wirklich großes Glück, dass dieses Prachtexemplar die Straße am hellichten Tag direkt vor unseren Augen überquerte. Das Verhalten der Buschkatze ließ ganz klar darauf schließen, dass sie auf Nahrungssuche war. Obwohl wir die Katze einige Zeit beobachteten, blieb ihre Suche leider erfolgreich. Dennoch war es eine äußerst interessante Sichtung und ein Highlight für alle in unserer Gruppe.