Die Bezeichnung der “großen Fünf” (Big Five) ist wohl bei weitem jedem Afrika Enthusiasten bekannt. Der Begriff umschreibt ursprünglich die von Großwildjägern am meist gefürchtesten und die am schwierigsten zu jagenden Wildtiere während einer Jagdsafari. Im heutigen Safari- Jargon wird der Begriff glücklicherweise meist nur noch auf Foto-Safaris als Liste für die äußerst beeindruckenden und imposantesten Wildtiere angewandt.
Neben den „großen Fünf“ gibt es natürlich auch die „kleinen Fünf“ im Afrikanischen Busch. Aber haben Sie schon mal von den „häßlichen Fünf“ gehört?

Diese „häßlichen Fünf” umfassen die eher wenig repräsentativen und fotogenen Wildtiere des Afrikanischen Kontinents. Die genaue Herkunft dieses Begriffs ist mir ehrlich gesagt nicht bekannt, aber die Suche nach dieser besonderen Kategorie von Tieren verleiht sicherlich jeder Safari einen gewissen Spaßfaktor.

Hier nun eine Kurzbeschreibung der fünf glücklichen Kreaturen, die zur Kategorie „die häßlichen Fünf” zusammengefasst werden:

Nummer eins: die Tüpfelhyäne

Diese Fleischfresser werden oftmals nur als schäbige Aasfresser verkannt, die nur herumstrolchen, um die Beute anderer Raubtiere zu stehlen. Dies muß jedoch korrigiert werden, da Hyänen ausgesprochen gute Jäger sind und 90% ihrer Beute von ihnen selbst erlegt worden ist. Meist sind Hyänen in der Dämmerung und während der Nacht aktiv. Sie besitzen ein hervorragendes Sehvermögen in der Dunkelheit und darüberhinaus wohl das kräftigste Gebiss von allen Lebewesen in Afrika. Trotz ihrer starken Beißkraft sind Hyänen aber zum Glück recht scheue Tiere. Nicht zu vergessen ist ihre lebenswichtige Rolle bei der Reinhaltung der Natur, indem sie verwesende Tierkadaver beseitigen.

Über die Schönheit einer Hyäne läßt sich sicherlich streiten. Aber was nützt es, sie als häßlich zu beschimpfen, da die Hyäne wohl ohnehin nur mit einem höhnischen Lachen auf diese Bemerkung reagieren würde.

Hyena

Nummer zwei: der Marabu Storch

Auch bekannt als „der Bestatter”, zählt dieser Riesenvogel trotz seiner imposanten Größe mit immerhin 9 kg Körpergewicht und einer Flügelspannweite von mehr als 3 Metern zu den fünf häßlichen Vertretern des Afrikanischen Buschs. Schuld daran ist wohl seine äußere Erscheinung mit einem kahlen Kopf und Hals sowie einem Federkleid, das dem Mantel eines Totengräbers ähneln soll. Marabus sind bekannt für ihr kampflustiges Verhalten, insbesondere wenn sie sich mit vielen Artgenossen um einen Kadaver versammeln. Marabu Störche sind nicht nur in der wilden Natur zu beobachten, sondern ebenso in der Nähe von menschlichen Ansiedlungen und vor allem auf Müllhalden.

Marabou

Nummer drei: Weißbartgnu

Wohl kein ein anderes Säugetier ist zahlenmäßig so stark im Afrikanischen Busch vertreten wie das Gnu. Allein in der Serengeti durchstreifen mehr als 1,5 Millionen Tiere auf ihrer jährlichen Wanderung die weiten Grassteppen. Gnus sind reine Pflanzenfresser und haben eine breite Schnauze, die es ihnen ermöglicht, besonders kurzes Gras zu fressen. Dabei produzieren sie täglich ca. 400 Tonnen natürlichen Dung! Somit fungieren Gnus nicht nur als Rasenmäher, sondern zugleich auch als wichtiger Düngerlieferant für die afrikanische Savannenlandschaft.

Wildbeest

Nummer vier: der Geier

Sobald viele Menschen die Bezeichnung Geier hören, kommt ihnen meist ein sehr negatives Bild in den Sinn, das eng verknüpft ist mit dem Tod und Verwesung. Dies ist nicht sonderlich verwunderlich, da Geier reine Aasfresser sind. Gleichzeitig besitzen sie dadurch eine wichtige Bedeutung für den Erhalt und die Reinhaltung des sensiblen afrikanischen Ökosystems, indem sie verhindern, dass sich Krankheitserreger ausbreiten. Geier verfügen darüberhinaus über eine ausgesprochen gute Sehkraft, die es ihnen ermöglicht, noch die kleinsten Details aus einer Flughöhe von 1 km zu erkennen. Bis heute ist die Tatsache eher unbekannt, dass Geier in zahlreichen Regionen Afrikas vor dem Aussterben bedroht sind und ihre weltweite Population rapide abnimmt. Ein Grund hierfür ist das Auslegen von mit Gift versetzten Ködern und Tierkadavern.

Vulture

Nummer fünf: das Warzenschwein

Okay, einigen wir uns darauf, dass kleine Warzenschweinferkel noch ganz süß und niedlich aussehen, aber ein ausgewachsenes und borstiges Warzenschwein? Die zur Familie der Schweine gehörenden Warzenschweine sind auf einer Safari eigentlich immer leicht zu entdecken. Einige weisen beeindruckende Stoßzähne oder auch Hauer auf, die sie zur eigenen Verteidigung aber auch als Kampfmittel einsetzen. Bei Gefahr sieht man Warzenschweine mit hochgestreckten Schwänzchen davonrennen, so als würden sie eine Funkantenne mit sich führen, mit Hilfe derer sie alle Artgenossen vor der drohenden Gefahr warnen. Der eigentliche Grund für dieses typische Verhalten ist, dass die kleinen Ferkel so besser ihrer Mutter durch das lange Gras folgen können.

Warthogs

Soviel zu den fünf tierischen Kandidaten, die es zumindest in die Kategorie der “fünf häßlichsten“ Vertreter der Afrikanischen Wildnis geschafft haben. Versäumen Sie es daher nicht, auf Ihrer nächsten Safari nicht nur nach den „big five“, sondern auch nach diesen ganz besonderen Fünf zu suchen.