Wer an Wilderei auf dem afrikanischen Kontinent denkt, der denkt mit großer Wahrscheinlichkeit an Elefanten und Nashörner, die wegen ihrer auf dem Schwarzmarkt hochgehandelten Stoßzähne und Hörner getötet werden. Wilderei ist eine der größten Herausforderungen für den Schutz von gefährdeten Arten wie dem Nashorn.

Aber es gibt noch eine andere Art der Wilderei, eine die die weniger bedrohten aber ebenso wichtigen Tiere im Visier hat: Bushmeat Wilderei durch Drahtseilschlingen.

Was das bedeutet, warum es so gefährlich ist und was die Frankfurter Zoologische Gesellschaft dagegen tut – wir sagen es Ihnen. Und wir sagen Ihnen, warum wir bei Tanzania-Experience das Projekt unterstützen.

 

Was ist Bushmeat Wilderei

Bushmeat Wilderei – übersetzt Buschfleisch Wilderei – ist das illegale und nicht nachhaltige Jagen von Wildtieren für den Handel und Fleischverzehr. Wilderer jagen Tiere in geschützten Gebieten und verkaufen ihr Fleisch auf lokalen Märkten. Dies bedroht nicht nur den Artenbestand sondern ist auch Krankheitsüberträger auf Menschen.

Foto: Daniel Rosengren / FZS 


 

In der Serengeti agieren die Wilderer vor allem in den abgelegenen Grenzgebieten des Nationalparks, dort wo sich nur wenige Touristen und andere Menschen aufhalten. Ihre Methoden sind gerissen, clever – und tödlich. Sie nutzen Drahtseilschlingen und können so eine Vielzahl an Fallen gleichzeitig aufstellen, um dann geduldig zu warten, bis ein Tier hineintappt. Sie sehen es ab auf Gnus, Zebras und Elenantilopen, deren Fleisch sie verkaufen. Aber auch andere Tiere wie Elefanten – die zu groß sind, um durch die Schlingen getötet zu werden – sowie Löwen und Hyänen verheddern sich in den Drahtschlingen und verletzen sich.

Die Wilderer legen Dornbüsche und -äste in langen Reihen aus und schneiden den Tieren so den Weg ab. So leiten sie sie auf direktem Weg in die Falle. Die Drahtseilschlingen werden strategisch positioniert, sodass sie Tiere unterschiedlicher Größe fangen, wie zum Beispiel die kleine Dikdik Antilope oder die große Giraffe. Einmal in der Schlinge gefangen gibt es selten ein Entkommen.

 

Das Serengeti De-Snaring Projekt

Die Frankfurter Zoologische Gesellschaft und TANAPA (Tanzania National Parks) in Kooperation mit SENAPA (Serengeti National Park) und lokalen Tour Operatorn haben es sich zur Aufgabe gemacht, gegen die illegalen Fallen vorzugehen. Seit Beginn 2017 durchkämmt ein De-Snaring Team aus acht Männern die Serengeti auf der Suche nach Schlingen und den sogenannten “Buschmeat Kitchens”, den operativen Quartieren der Wilderer. Das Team besteht aus SENAPA Rangern und ehemaligen Mitarbeitern sowie aus vier ehemaligen Wilderern.

Foto: Daniel Rosengren / FZS

 

Ehemalige Wilderer im Team zu haben hat zwei Vorteile: Sie haben unschätzbares lokales Wissen. Sie wissen, wie die Wilderer denken und organisiert sind, kennen ihre Strategien und Taktiken. Ehemaligen Wilderern eine Jobmöglichkeit zu bieten dient außerdem als positives Signal für die Communities: Wilderei ist nicht die einzige Möglichkeit, wie man mit Wildtieren seinen Lebensunterhalt finanzieren kann. Man kann tatsächlich Geld verdienen, indem man Wildtiere schützt. So werden ehemalige Wilderer zu Fürsprechern für Wildtiere und Vorbildern in ihren Communities.

Die Resultate der De-Snaring Bemühungen sind ermutigend und legen gleichzeitig das Ausmaß des Problems offen.

In nur einem Jahr:

  • hat das Team 9838 Drahtseilschlingen entfernt, was 6 Tonnen geschmolzenem Draht entspricht.
  • hat das Team 418 Tiere gefangen in den Schlingen gefunden und 68 von ihnen lebend gerettet.
  • wurden 91 Wilderer Camps gefunden und zerstört und 21 Wilderer gestellt.

 

Warum Tanzania-Experience das Serengeti De-Snaring Projekt unterstützt

Als Tour Operator mit Sitz in Tansanias Northern Circuit glauben wir, dass die Natur der kostbarste Schatz der Menschheit ist. Denn sie ist Ursprung und Kern alles anderen.

 

Illegale Drahtseilschlingen töten jährlich eine Vielzahl an Wiltieren und verletzen und verstümmeln andere. Zwar zieht diese Art der Wilderei weniger mediale Aufmerksamkeit auf sich, hat aber langfristig ebenso verheerende Folgen für die Tierwelt. Es liegt mit in unserer Verantwortung, das zebrechliche Ökosystem zu schützen, in dem wir leben und arbeiten.

Foto: Daniel Rosengren / FZS 


 

Gleichzeitig glauben wir auch daran, dass der Tourismus zur positiven wirtschaftlichen und sozialen Entwicklung einer Region beitragen kann. Denn wenn Tourismus richtig betrieben wird, profitieren Communities davon.

Während das Serengeti Ökosystem in sich selbst schon schützenswert ist, kann Tourismus helfen, dem Naturschutz einen finanziellen Mehrwert für lokale Regierungen und Communities zu verleihen.

Foto: Eickemeier / FZS


 

Für Wilderer ist die Bushmeat Wilderei oft ein Einstieg zur Wilderei von Nashörnern und Elefanten. Die Risiken sind ähnlich, doch die Ausbeute um einiges erträglicher. Wilderern die Möglichkeit zu bieten, mit dem Schutz statt dem Töten von Wildtieren Geld zu verdienen, steigert den Wert lebender Wildtiere in den Communities und trägt dazu bei, diese für den Artenschutz zu gewinnen.

Wir freuen uns, Teil dieser wichtigen Initiative zu sein und die Frankfurter Zoologische Gesellschaft in ihren Bemühungen unterstützen zu können.