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Geschrieben von: Taher Nassrulla am 6. Januar 2016 – Zuletzt aktualisiert am 12. März 2024

Außergewöhnliche Akazien – eine besonders intelligente Baumfamilie

Akazienbaum

Tansania ist bekannt für seine überwältigende Anzahl von Tieren. Aber achten Sie auf Ihrer nächsten Safari in Tansania einmal auf die vielfältige Vegetation, besonders auf die große Vielfalt der Bäume. In Tansania gibt es mehrere hundert verschiedene Arten von Bäumen, allerdings möchte ich in dem heutigen Beitrag eine ganz besondere Baumart hervorheben: die Akazie.

Die Schirmakazie besitzt fast schon Symbolcharakter für den afrikanischen Busch und wird stets als der typische Baum Afrikas abgelichtet. Fragen Sie sich selbst, an welchen Baum Sie zuerst denken, wenn Sie den Begriff afrikanische Wildnis hören. Ziemlich wahrscheinlich wird auch Ihnen die unvergleichliche Schirmakazie in den Sinn kommen, meist als alleinstehender Baum umrahmt von einem atemberaubenden, rot getünchten Sonnenuntergang.

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Acacia Tortilis

Eine weniger bekannte, aber landschaftlich besonders reizvolle Option ist die Serengeti Nationalpark ist ein Naturschutzgebiet, das mehrere tausend Quadratkilometer umfasst, und eine Vielzahl von unterschiedlichen Akazienarten beheimatet. Diese Familie der Akazienbäume ist äußerst beeindruckend schon allein aufgrund der Anpassungsfähigkeit an ihre jeweilige Umgebung, die meist sehr karg und trocken ist. Auch wenn sich die einzelnen Akazienarten in ihren Eigenschaften untereinander unterscheiden, so haben sie doch ein prägendes Merkmal gemeinsam: der Einsatz von Dornen als Schutzmechanismus.

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Acacia drepanolobium

Wohl auch deshalb werden Akazien häufig den Dornenbäumen zugeschrieben. Einige Akazien haben lange und gerade Dornen während andere die Form von Widerhaken besitzen. Das Hauptziel der Dornen dient der Abwehr gegen Tiere, die sich vor allem von Blättern und Früchten ernähren. Dennoch ist es wissenschaftlich erwiesen, dass bestimmte Pflanzenfresser, wie beispielsweise die Giraffen trotz der Dornen die Blätter erreichen und abfressen können. Die Dornen können also die Akazie nicht vollkommen vor dem Abfressen ihrer Blätter und Früchte schützen, jedoch begrenzen sie den Schaden und vermeiden zumindest ein „Übergrasen“.

Ein weiterer, interessanter Abwehrmechanismus einiger Akazienbäume ist, die Fähigkeit ein Gift auszuströmen, sobald ein Pflanzenfresser versucht, Blätter von den Zweigen abzurupfen. Dabei steigert die Akazie den Gehalt von Tannin, ein pflanzlicher Gerbstoff, in ihren Blättern und macht sie damit ungenießbar. Bei übermäßigem Verzehr kann dies sogar tödlich wirken. Dadurch sind die blätterfressenden Tiere gezwungen, nach unverdorbenen Blättern an anderen Bäumen zu suchen und weiterzuziehen.

Der südafrikanische Zoologe, Wouter Van Hoven, machte darüber hinaus eine ganz besondere Entdeckung bezüglich des Abwehrsystems von Akazien, nämlich durch die Verbreitung einer chemischen Substanz, genannt Äthylen. Bei Gefahr strömt die Akazie diesen Duftstoff aus, der sich bis zu 45m verbreiten und somit andere Akazienbäume in der näheren Umgebung „warnen“ kann. Innerhalb von nur 15 Minuten steigern die benachbarten Akazienbäume ebenfalls den Tanningehalt in ihren Blättern, um sich so vor den Blattfressern zu schützen.

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Acacia drepanolobium

Neben dieser verblüffenden Kommunikationsfähigkeit untereinander verfügen einige Akazien hinzu über sogenannte „Leibwächter“. Das beste Beispiel hierfür ist wohl die Flötenakazie, deren Dorne am unteren Ende mit Hohlräumen versehen sind. Diese Hohlräume, die sich direkt am Ast befinden, bieten Ameisen Schutz und Lebensraum. Zudem versorgt die Flötenakazie die Ameisen mit Nektar. Als Gegenleistung verteidigen die Ameisen die Akazie gegen jeglichen Pflanzenfresser, der versucht, die Blätter abzufressen.

Wenn Sie also das nächste Mal einen Akazienbaum sehen, behalten Sie alle diese erstaunlichen Schutzmechanismen im Hinterkopf, die die Akazie zu einem ganz besonderen und äußerst klugen Baum macht.

Autor: Taher Nassrulla

Born in Kenya, Taher has a lifelong passion for Africa and over 20 years of experience in African tourism.

He began his career guiding and photographing in Kenya and Tanzania, leading guests through East Africa’s iconic National Parks.

Guiding in English and German, and drawing on his knowledge of Swahili, Taher brought destinations to life for travellers from around the world.
2013 wurde er Teil unseres Teams, zunächst als Guide. 2024 übernahm er die Rolle des Travel Experts und nutzte sein tiefgehendes regionales Wissen, um maßgeschneiderte Safari-Erlebnisse zu gestalten. Mit der Zeit erweiterte sich seine Expertise auch auf das südliche Afrika.

Heute spielt Taher eine zentrale Rolle im Business Development. Er baut Partnerschaften in der gesamten Region auf und pflegt sie nachhaltig. Dank seiner langjährigen Erfahrung vor Ort, seines umfassenden regionalen Verständnisses und seiner kooperativen Arbeitsweise unterstützt er unsere Partner in ganz Subsahara-Afrika – engagiert, vorausschauend und mit echtem Gespür für authentische Erlebnisse.

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11 Kommentare zu "Außergewöhnliche Akazien – eine besonders intelligente Baumfamilie"

Einen Kommentar hinterlassen zu diesem Artikel.
  • I assume the author meant upwind not downwind. The wind blows downwind so any tree downwind would “sense” the ethylene and produce more tannin.

    • No because if they are upwind that means the wind is blowing the pheromone to the next tree. Eating downwind means the wind is blowing away from the next trees you’re visiting. You have your terms mixed up. The wind blows TOWARDS downwind. Thus if you’re eating at a tree that is downwind of your next tree, it’s blowing the pheromones away from it.

  • Incredible knowledge,love it, thanks to whoever gave a bit of summary on these trees. doing a research on these trues hopefully my results will one day be added to site. xox

  • Very exciting info, many thanks. Im a fan of the African acacia tree, which sadly has been ravaged and decimated in my region. I have a small ranch called A Thousand Acacias Ranch where I have tried to conserve and utilize the umbrella acacia, and I’m happy to see that the effort is beginning to increase the appreciation of the tree in my community
    NZUNGI NGWELE – Kitui, Kenya.

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