Eine Katze im Baum, das haben Sie schon gesehen und wenn es nicht Ihre Hauskatze war – seien wir ehrlich, wie viele Stubentiger erleben heute noch solche Abenteuer – ist es noch immer ein geläufiges Bild in Kinderbüchern. Und auch die wilden Verwandten Ihrer Hauskatze in Afrika klettern auf Bäume. Leoparden, sei hier angemerkt! Auf Bäume kletternde Löwen hingegen galten bis jetzt als sehr selten.

Kann sich das geändert haben und werden Sie auf Ihrer nächsten Safari wohlmöglich die berühmten Baumlöwen sehen?

 

Auf den Bäumen in Tansania, Uganda und Südafrika

Lange Zeit wussten wir nur von zwei Löwenrudeln, die täglich routiniert auf Bäume kletterten: ein Rudel im Ishasha Distrikt, einem Teil des weltbekannten Queen Elizabeth Nationalparks in Uganda und ein weiteres Rudel in Tansanias Lake Manyara Nationalpark.

Dieser Tage allerdings können wir die majestätischen Katzen auch in Tansanias Serengeti und Tarangire Nationalpark hoch oben in den Bäumen beobachten. Selbst in Südafrikas Krüger Nationalpark wurden Löwen gesichtet, die auf Bäume kletterten. Forscher in Uganda nehmen an, dass ein Rückgang von Beutetieren die Löwen in diesem speziellen Gebiet dazu bringt, ihr Territorium zu erweitern. Deshalb könnten sie nun auch in anderen Regionen als ihrer Heimat gesichtet werden.

Wie bei Säugetieren üblich, lernen auch Löwenjunge von ihren Eltern, wie das Leben erfolgreich zu meistern ist. Das gilt fürs Jagen, Sozialverhalten und im Falle der Baumlöwen – für das Erklettern von Bäumen. Am Ende sind sie eben die Könige des Tierreichs und können wohl tun und lassen, was sie möchten.

 

Warum klettern Raubkatzen auf Bäume?

Im Falle der Baumlöwen vermuten Forscher, dass diese zum einen den kühlen Wind in den Baumkronen genießen, zum anderen den Tsetsefliegen und anderen lästigen Insekten auf dem Boden entkommen wollen und sich hoch oben außerdem eine bessere Übersicht ihrer Umgebung und potentieller Beute verschaffen können. Gefressen wird immer noch auf dem Boden.

Leoparden hingegen klettern auf Bäume, um dort ihre Beute vor diebischen Hyänen und Löwen zu verstecken. Die stämmigen Katzen hieven Beute in die hohen Astgabeln, die um ein Vielfaches schwerer ist als sie selbst. Hier können sie mehrere Tage abwechselnd schlemmen und ein Schläfchen halten.

Geparden werden hingegen häufig dabei beobachtet, wie sie auf Safari-Fahrzeuge springen. Ganz zur Verwunderung der Reisenden auf der anderen Seite der Fensterscheibe. Sie suchen stets nach einer Erhöhung vom Boden und wenn diese gerade nun mal ein Auto ist, sind sie da nicht wählerisch. Von der Motorhaube oder gar dem Dach des Safari-Fahrzeugs aus, lassen sie ihren Blick über die weite Steppe schweifen auf der Suche nach der nächsten möglichen Beute. Keine Sorge, es ist nicht bekannt, dass Geparden versuchen würden, in das Innere des Fahrzeugs zu gelangen, selbst wenn es sich um ein Fahrzeug mit geöffnetem Aufklappdach handelt. Anders als Leoparden jagen Geparden nur, was sich schnell von ihnen wegbewegt. Sie jagen ihr Beute im Sprint auf freiem Feld.

Zwar wissen wir heute von mehr Baumlöwen als noch vor wenigen Jahren, doch auch heute sind Löwen, die auf Bäume klettern noch immer ein besonderes Erlebnis. Kommen Sie mit uns auf Safari und wir halten gemeinsam Ausschau nach den eigenwilligen Königen der Tiere!