Ich war vor kurzem mit Gästen unterwegs auf einer Camping Safari und unser Weg führte uns in die heiße und extrem trockene Gegend des Lake Natron. Der Lake Natron liegt unterhalb des Gregory Rift, das Teil des East African Rift Valley ist. Der See selbst ist riesig und erstreckt sich ungefähr 57 Kilometer in die Länge und 22 Kilometer in die Breite.

Der Lake Natron ist ein Endsee, das heißt, es fließt zwar Wasser hinein aber nicht ab.

Als wir am Campingplatz ankamen, brannte die Sonne nur so vom Himmel. Als ich das Thermometer ins direkte Sonnenlicht hielt, zeigte es schon nach wenigen Minuten 55 Grad Celsius an! Es ist für mich immer wieder erstaunlich, wie die Massai in einer uns so feindselig erscheinenden Gegend leben können. Am Nachmittag brachen wir mit unserem Guide zum nahegelegenen Ngare Sero Wasserfall auf. Der Treck zu den Wasserfällen ist landschaftlich schön und gleichzeitig sehr erfrischend. Hin und wieder mussten wir den kühlen Fluss überqueren, was bei einer Temperatur von 40 Grad nun wirklich sehr angenehm war. Nach einer Stunde kamen wir am Wasserfall an und ich war so begeistert, an einem Ort, der mir wie eine Wüste erschien, wilde Palmen und grüne Pflanzen zu sehen.

Als wir von unserer Wanderung zum Wasserfall zurückkamen, war es bereits weit nach 17 Uhr und unser Guide fuhr mit uns zum Ufer des Lake Natron. Der See ist als eines der wichtigsten Brutgebiete für Flamingos bekannt, die zu Millionen an den See fliegen.

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Wir konnten sehen, dass die Trockenzeit in der Region ihre Spuren hinterlassen hatte, da ein Großteil des Sees ausgetrocknet war. Die Teile, die normalerweise mit Wasser überflutet sind, waren zu Fuß erreichbar.

Wir stiegen aus und unser Guide war damit einverstanden, dass wir losziehen, um uns die Flamingos näher anzuschauen. Das Licht war absolut magisch; die Sonne ging langsam unter und wir standen auf den weiten, offenen Flächen des Sees. Die Flamingos waren sehr aktiv und flogen umher. Wir mussten fast einen Kilometer weit laufen, um sie von Nahem zu sehen. Wir alle machten einige schöne Fotos und machten uns dann auf den Rückweg zum Auto.

Auf dem Rückweg merkten wir, dass wir uns so auf die Flamingos konzentriert hatten, dass wir den riesigen Staubsturm nicht bemerkt hatten, der sich hinter dem Ol Doinyo Lengai, dem Gottesberg, bildete.

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Wir schauten ehrfürchtig zu, während sich die Wolken dunkler färbten, der Staub höher stieg und sich mehr und mehr um den Berg schloss, bis dieser komplett umhüllt war. Wir kamen uns vor wie Schauspieler, die in einem Weltuntergangs-Action-Film mitspielten. Unser Guide signalisierte, wir sollten aus dem ausgetrockneten Seebett herauskommen, falls es beginne zu regnen. Das musste er uns nicht zweimal sagen; wir liefen zurück zum Auto.

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Auf dem Rückweg zum Camp konnten wir kaum etwas sehen, der Staubsturm minimierte unsere Sicht auf nur wenige Meter; die uns umgebenden Berge waren verschwunden, alles, was wir sehen konnten, war Staub. Zurück im Camp wurden die starken Winde unerträglich und wir liefen ins Restaurant, um Schutz zu suchen. Hier riefen wir uns ins Bewusstsein, was wir da gerade erlebt hatten. Am nächsten Morgen schien der Himmel blau und die Sonne brannte vom Himmel. Als ob nichts geschehen wäre.