In freier Wildbahn die Augen zu schließen und ganz sorglos alle Viere von sich zu strecken, das könnte schnell tödlich enden. Und so haben Wildtiere ganz besondere Taktiken entwickelt, um ihren Schlaf zu finden.

Als Faustregel gilt: Je höher ein Tier in der Nahrungskette steht, desto tiefer kann es sich erlauben, zu schlafen.

Doch Ausnahmen bleiben! Oder haben Sie unterwegs auf Safari schon mal einen schlafenden Elefanten gesehen?

 

Elefanten: keine Zeit zum schlafen

Elefanten fressen bis zu 150 Kilogramm Grünfutter und das jeden Tag. Wer so viel frisst, hat keine Zeit, zu schlafen. Forscher wissen schon lange, dass Elefanten sehr wenig schlafen – nur ungefähr vier bis sechs Stunden pro Tag. Allerdings ziehen sie ihr Wissen über den Schlafrhythmus von Elefanten vor allem aus Beobachtungen von Zootieren. In freier Wildbahn kommen Elefanten mit noch weniger Schlaf aus: Nur bis zu zwei Stunden am Tag schlafen zwei von Forschern beobachtete Elefanten in Botswana. Damit ist der Elefant nicht nur eines der größten Säugetiere des Planeten, sondern auch das mit dem geringsten Schlafbedarf.

 

Giraffen: wer liegt, hat schon verloren

Ihr langer Hals, ihre langen Beine – Giraffen schaffen es, zugleich ungelenk auszusehen und doch elegant durch die Savanne zu schreiten. Doch wie die langen Gliedmaßen einklappen, um den nötigen Schlaf zu finden? Am besten gar nicht! Denn aufzustehen würde im Falle eines Angriffs viel zu lange dauern. Aufrecht gehend wagen nur wenige Räuber, eine Giraffe anzugreifen. Sobald sie auf dem Boden liegt, ist sie jedoch verwundbar. Um sich keinen unnötigen Gefahren auszusetzen, schlafen Giraffen meist im Stehen und auch dann nur wenige Minuten am Stück, insgesamt wenige Stunden über den Tag verteilt. Ihren langen Hals und Kopf ruhen vor allem Baby-Giraffen dann dort, wo es für sie am meisten Sinn macht: auf ihrem Hinterteil. Häufiger jedoch fallen sie in einen Halbschlaf, in dem sie aufrecht stehen bleiben.

 

Flamingos: die Yogis des Tierreichs

Wenn Sie es schaffen, längere Zeit auf einem Bein zu stehen, verlieren Sie wahrscheinlich spätestens dann das Gleichgewicht, wenn Sie Ihre Augen schließen. Eine ganze Nacht auf einem Bein stehend durchzuschlafen? Das könnte schwierig werden. Flamingos hingegen tun genau das.

Ob im wachen oder schlummernden Zustand, Flamingos stehen im Wasser häufig auf einem Bein. Das zweite Bein ruht, eingehakt in ein besonderes Gelenk, im kuscheligen Federkleid. Denn wer über einen längeren Zeitraum im kalten Wasser steht, verliert schnell Körperwärme. Was für uns alles andere als entspannend erscheint, ist des Flamingos bevorzugte Schlafposition.

Männliche Löwen dösen übrigens zwischen 18 und 20 Stunden am Tag. Wenn sie gerade gefressen haben, schlafen sie sogar gerne noch länger – und das mit festgeschlossenen Augen und allen Vieren von sich gestreckt. Die Könige der Savanne sind damit auch gleich die Könige der Langschläfer.

Noch spannender als schlafend sind Elefant, Giraffe, Flamingo und Co jedoch in wachem Zustand. Gehen Sie mit uns auf Safari, wir zeigen es Ihnen! Hier geht’s los!